Heiner Oberrauch: Wie geht es jetzt mit Oberalp weiter?
Shownotes
Wie viele große Unternehmen in Südtirol werden eigentlich von Frauen geführt? Laut einer ff-Auswertung aus dem Oktober 2022 stehen nur 26 der 300 umsatzstärksten Betriebe des Landes unter weiblicher Führung, unter den Top 20 sogar nur drei. Jetzt kommt Bewegung in diese Statistik – und zwar junge. Ruth Oberrauch übernimmt am 1. Juni die Präsidentschaft der Oberalp‑Gruppe. Die 40‑Jährige folgt auf ihren Vater Heiner Oberrauch, der sich mit 68 aus dem operativen Geschäft zurückzieht. Was er in Zukunft machen will, warum sein Schwiegersohn die beste Wahl als CEO‑Nachfolger von Christoph Engl ist und weshalb er sich im Maskenskandal mehr Unterstützung vom Landeshauptmann gewünscht hätte, darüber spricht Heiner Oberrauch mit Verena Pliger. Ein Gespräch über Unternehmensnachfolge und die Kunst loszulassen.
Moderation & Redaktion: Verena Pliger
Produktion: Verena Pliger
Mitarbeit: Julia Staffler
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Transkript anzeigen
00:00:01: Aufs Ohr, der Podcast der FF mit Verena Plieger.
00:00:08: Liebe Verförerinnen und der Verföhrer schön dass Sie mit dabei sind bei unserem wöchentlichen Podcast.
00:00:13: Es gibt nicht viele große Unternehmen in Südtirol die von einer Frau geführt werden.
00:00:18: Laut einer Auswertung des FF Wirtschaftsmagazins Südtirol Panorama vom Oktober-Zweißen-Zweiundzwanzig stehen nur six und zwanzig der dreihundert Umsatzstärksten Betriebe des Landes unter weiblicher Führung.
00:00:30: Unter den Top-Zwanzig sind es gar nur drei, jetzt bekommt diese Riege Verstärkung – und zwar Junge!
00:00:37: Rutte Oberhauch übernimmt am ersten Juni die Präsidentschaft der Oberalbgruppe.
00:00:42: Die vierzigjährige folgt auf ihren Vater Heiner, der sich mit achtundsechzig Jahren aus dem operativen Geschäft zurückzieht.
00:00:50: In der heutig erschienenen FF spricht die neue Firmenschefin offen darüber wie hart der Nachfolgeprozess war und warum ihr Mann Stefan die beste Wahl als Nachfolger von Christoph Engel als sie oder Gruppe ist.
00:01:03: Ja und hier in diesem Podcast haben wir mit dem Vater gesprochen also mit Heiner Oberrauch.
00:01:08: Ich wollte von ihm wissen, wie er sich für ihn nun anfühlt, endgültig das Zepter aus der Hand zu geben und ob es ihm wirklich gelingen wird seiner Tochter freie Hand zu lassen.
00:01:21: Herr Oberhauch – nun ist es fix!
00:01:23: Am ersten Juni löst sie ihre Tochter Ruth an der Spitze der Oberalbgruppe ab.
00:01:27: Ganz ehrlich?
00:01:28: Wie geht es ihnen dabei?
00:01:30: Sehr gut weil ich weiß dass es die Jugend besser macht und weil der Schritt ja gut vorbereitet worden ist und jetzt die richtige Zeit ist.
00:01:40: Sie haben ja zwei Töchter und einen Sohn.
00:01:43: Wann war für sie klar, dass Ruth die Richtige für ihre Nachfolge ist?
00:01:48: Das war nicht für mich klar!
00:01:50: Das musste für Ruth klar sein.
00:01:52: Ich habe meine Kinder nie gesagt was sie tun sollen und auch keinen Druckhaus gibt.
00:01:58: Jemand muss mal einsteigen in das Unternehmen.
00:02:01: Natürlich wussten sie wahrscheinlich die Kinder, dass ich eine Freude habe wenn es jemand übernimmt Aber es war nie ein Zwang oder irgendein Druck.
00:02:11: Genau, also die Nachfolge muss ja nicht immer Familien-Sache sein.
00:02:15: Hätten Sie auch damit leben können, die Führung des Unternehmens nicht an die eigenen Kinder sondern an ein externes Management zu übergeben?
00:02:24: Beides natürlich!
00:02:26: Ich habe mehrere Familienunternehmen übernommen, die in Schieflage geraten sind und ich habe gesehen das ist ein großer Leidensdruck für die Kinder Wenn sie die Fähigkeiten nicht haben oder wenn sie es nicht wollen und es ist schlimm auch für das Unternehmen, das kann sehr schnell gehen.
00:02:42: Das muss von innen heraus kommen.
00:02:44: Und es ist ja nicht so dass die Mitglieder der Familie immer die besten sind und das Unternehmen müssen die Besten leiten.
00:02:53: Es ist auch so.
00:02:54: wir sind ein Management geführtes Familienunternehmen.
00:02:58: Die Familie ist für die Governance, ist für Kultur da, ist natürlich für die langfristige Vision da.
00:03:04: Die Strategie wird mit der Management und der Familie zusammengemacht, natürlich.
00:03:09: Das letzte endliche Sagen hat die Familie aber es ist ein Wechselspiel zwischen Management und Familie.
00:03:15: Wie erkennt man wer der Beste die Beste ist?
00:03:18: Ihre Tochter Ruth meint im Interview in der aktuellen FF Sie hätten ihr diesen Job bereits früher zugetraut also noch bevor sie sich selbst zugetraut habe.
00:03:27: Also stimmt das oder mussten Sie sie überzeugen?
00:03:29: Nein überzeugt nicht!
00:03:31: Es war immer ihre Entscheidung.
00:03:33: Es war eher der Zeitpunkt, ich wollte schon vor vier fünf Jahren mich zurückziehen.
00:03:37: Ich habe so ein Hobby.
00:03:39: das ist mein Bauernhof wo ich jetzt einen Tag schon arbeite und in Zukunft wird es nicht mehr sein.
00:03:44: und das wollte ich etwas früher machen.
00:03:46: aber das ging gut so!
00:03:47: Und es war ja so dass Christoph Engel unser CEO vor acht Jahren ins Unternehmen gekommen ist der schon die Übergabe der Generation dann auch begleitet hat.
00:03:59: und das ist auch gut wenn es manchmal ein Externer ist begleitet, als wenn es nur in der Familie weitergeht.
00:04:06: Und das ist ja ganz interessant!
00:04:08: Also dass ihre Tochter Ruth ihren Nachfolge anpräten wird – das war ja bereits seit gut einem halben Jahr bekannt.
00:04:14: Nur das Wann und wie waren noch offen?
00:04:17: Die eigentliche Überraschung die sie gestern verkündet haben, ist die, dass Christoph Engel im Oktober gehen wird.
00:04:23: Nach acht Jahren wird er also seine Rolle als CEO oder Oberalbgruppe abgeben.
00:04:28: Warum Herr Oberrach?
00:04:29: Wo liegen die Gründe?
00:04:31: Ja, die Gründe liegen auch in seiner Lebensplanung.
00:04:34: Die Gründe liegt aber auch daran, dass Ruth immer sagt ja sie möchte das mit Stefan ihren Mann auch zusammen machen und Stefan ist ja auch seit langem Unternehmen hat alle Unternehmensbereiche durchgemacht und Christoph meint auch es ist der richtige Nachfolger für ihn als CEO.
00:04:50: also Stefan Reiner wird dann im Herbst die Nachfolge als CO der Gruppe übernehmen.
00:04:56: Also Stefan Reiner, ihr Schwiegersohn.
00:04:59: Als er arbeitete seit über zwanzig Jahren im Unternehmen war zuletzt CISO also globaler Verkaufsleiter.
00:05:06: Er wird ab Oktober die neue Geschäftszeitung übernehmen.
00:05:09: aber aus ihrer Sicht warum ist Ihr Schwiegesohn der Richtige für den Job?
00:05:13: Weil er zuhören kann, weil er auf Menschen zugehen kann.
00:05:16: Weil er Begeisterung hat.
00:05:17: Sport ist auch immer noch ein Bibel-Business und die Leidenschaft zum Bergsport hat er.
00:05:23: Und der hat es gezeigt dass das richtig kann.
00:05:26: aber das ist nicht mehr meine Entscheidung sondern schon die Entscheidung von Ruth und das ist wichtig.
00:05:31: sie muss die Zukunft gestalten und nicht Milch.
00:05:35: Markus Weißhaupt der Family Business Experte der meinte in seinem Buch Fingerweg von zu viel Familie im Unternehmen.
00:05:43: Also nun stehen ihre Tochter und ihr Schwiegersohn an der Spitze des Unternehmens, sie haben damit eine Doppelrolle.
00:05:50: Keine Sorge also dass zu viel Familie auch schädlich sein könnte?
00:05:54: Ich glaube es braucht klare Regeln.
00:05:56: was ist Familie und was ist Management?
00:05:58: und das ist ganz klar geregelt.
00:06:00: Stefan ist in keiner Familienentscheidung dabei.
00:06:03: er hat die Rolle des Managers.
00:06:06: Natürlich, das ist immer Chance und Gefahr zugleich.
00:06:10: Also, was sehen Sie die Gefahren?
00:06:12: Ja, die Gefahren sind auch wenn man privat und beruflich zusammen ist.
00:06:16: Das hängt an jeder Weis.
00:06:17: in jeder Beziehung gibt es mal Konflikte oder man hat zu wenig Sicht von außen was ja auch wichtig ist, aber dazu hat Wuttern glaube ich auch die Reparator und ein Boot installiert.
00:06:30: Also die Entscheidungen werden nicht nur von zwei Menschen sondern von einem Boot getragen bei so einen großen Unternehmen.
00:06:37: Ja wie gesagt das wären so die Gefahren.
00:06:40: allerdings die Chancen sind auch groß dass man in die gleiche Richtung geht.
00:06:44: im übrigen habe ich das auch sehr gut erlebt bei mir zu Hause meine Mutter mit meinem Vater Oberachzett und Globus.
00:06:53: Die haben mir zusammengearbeitet, zu Hause wurde das immer streng gedrängt was Business ist und was Familie ist und das hat auch gut funktioniert.
00:07:02: und in der Vertrautheit kann man sich auch manchmal auch viel sagen oder glaube ich sehr wichtig die ganz tiefe Ehrlichkeit die man dann spürt ohne große Filter und das kann ja auch ein Vorteil sein man braucht immer starke Verbündete im Unternehmen.
00:07:18: Ihre eigene Frau hat aber nie im Familienunternehmen mitgearbeitet?
00:07:23: Nein, sie ist Psychologin und Psychiotherapeutin.
00:07:26: Und deswegen war es bei uns auch ein Mittagstisch war dann der Beruf eigentlich nie ein Thema dafür bin ich auch dankbar.
00:07:35: Aber Sie hat uns schon oft auch in Gerade in der Nachfolgeregelung und auch den Blick von außen, ob er noch oft begleitet.
00:07:44: Und auch in der Familie.
00:07:45: meine Tochter Maria ist ja Kulturschonalistin und hat auch einen anderen Blick und ist auch gut dass man nicht zu einseitig wird.
00:07:54: Blicken wir noch einmal zurück auf ihr eigenes Leben auf ihre eigene Karriere.
00:07:59: also sie waren damals neunzehn als sie gemeinsam mit ihrem Bruder Georg von ihrem Vater Heinrich, die Modegeschäfte übertragen bekommen haben.
00:08:08: beziehungsweise er hatte die Idee sie sollten dort ein
00:08:11: Sportmodegeschäft
00:08:12: in Brotzen eröffnen denn ein solches viele im Brotsen.
00:08:15: Ja das war einem Freitag den dreizehnten der Bruder Georg mit mir den Sportler eröffnet.
00:08:26: Der Vater hat uns einen Sportler gebaut Hat uns seine zwei besten Verkäufer gegeben und hat gesagt dann wenn eine Frage kommt Er hat ihn eine Frage gehabt, kommt zu mir.
00:08:37: Er hat nie gesagt was wir tun sollen und ich habe mal meine Mutter gefragt.
00:08:42: mein Vater ist vor zehn Jahren gestorben und er hatte nicht getiefelt.
00:08:45: wenn wir auf Fehler gemacht haben und sie sagt ja oft war es ihm gesagt und er hat immer gesagt nein nein ich sage nichts da müssen Sie selber die Erfahrung machen und das war natürlich ein großes Glück.
00:08:54: hundert Prozent vertrauen weil letztlich gibt es nur Hundert Prozent Vertrauen oder kein Vertrauen und das Vertrauen des Vaters macht's noch volle Begeisterung.
00:09:03: sonst sind wir gestartet.
00:09:04: Die Modehäuser hat er ja selber weitergeführt, die hat er mir dann erst vor zwanzig Jahren dann übergeben und da wollte ich auch länger das zusammen machen.
00:09:15: Das war eine Woche und dann war er weg.
00:09:17: Also ihr wollt hier eine klare Trennung
00:09:21: vollziehen?
00:09:21: Vier Jahre nach der Gründung von Sportler haben sie dann die heutige Oberalpgruppe gegründet heute ein Unternehmen mit insgesamt achtzehn Marken darunter so bekannte Bergsportmarken wie Salewa oder Linafit insgesamt tausend zweihundert Mitarbeitenden, ist es Herr Oberrauch leichter etwas aufzubauen als es erfolgreich weiterzuführen?
00:09:41: Ja ganz sicher.
00:09:42: Wir waren ja seinerzeit ein Start-up würde man heute sagen.
00:09:45: ich kann mich noch erinnern als Jugendlicher da hatte man eine Lodenknickerbocke.
00:09:50: die war eigentlich für das Leben lang eine Lodene und Schnürtelsamt.
00:09:54: drei Viertel Hose hat man alle zwei drei Jahre eine neu gekauft weil sie fertig war.
00:09:59: aber Autormode hat sich eigentlich nicht gegeben.
00:10:03: Also es war eine Zeit, wo das gerade aufgebrochen ist.
00:10:05: Ruth hat jetzt in der Übergabe einen viel größeren Rucksack zu tragen wie sie sagen die Verantwortung auch für tausend zweihundert Mitarbeiter.
00:10:13: Das heißt also Ruth hat es schwieriger jetzt in den Übernahme als Sie es damals hatten?
00:10:17: Ja ich hatte es leichter!
00:10:18: Ich konnte es spielerisch machen weil ich fing mit einer halben Person an die oberhalb zugründen und dann war das leichter.
00:10:27: natürlich Jetzt gibt es viele Strukturen, bekannte Marken und eingeleite Strukture.
00:10:32: Man kann das nicht vergleichen aber der Rucksack ist viel größer.
00:10:37: Allerdings ist man auch viel trainierter diesen großen Rucksacks zu
00:10:41: Schultern.".
00:10:41: Sie haben sich ja dafür entschieden die Übergabe nicht von heute auf morgen über die Bühne zu bringen sondern schrittweise zu machen – wie lange haben sie denn insgesamt daran gearbeitet?
00:10:51: Ja, ich denke es waren vier Jahre oder fünf Jahre.
00:10:55: Das war sehr fließend!
00:10:57: Das war schon die ganze Übernahme.
00:11:01: Dank meiner Frau haben wir das auch mit einem externen Psychologen begleitet weil in der Familie dann auch manchmal Themen zur Sprache kommen, die man normal nicht anspricht und es war ganz interessant und er hat gesagt, dass er für die Jungen eine junge Kollegin mitgenommen.
00:11:18: Und das war, glaube ich schon auch unter den Kindern dann – es hat ja nicht nur was mit Vater-, Tochter-Beziehung zu tun sondern auch mit allen Kindern und das war sehr gut und zerspannend!
00:11:29: Ja und so ging der Prozess eigentlich ja gut.
00:11:33: Was würden Sie sagen ist denn der entscheidende
00:11:34: Erfolgsfaktor?
00:11:36: Dass eine Nachfolge auch wirklich so strukturiert und am Ende erfolgreich verläuft?
00:11:41: Das weiß ich nicht.
00:11:43: Ich denke schon der Wille loslassen zu wollen und das auch zu können.
00:11:49: Auf der einen Seite auch der Willen diesen Rucksack zu schultern, ein offenes Gespräch in der Familie – ich denke es ist eben nicht nur die Zweite übernehmen sondern ich glaube es ist wichtig dass das Management im Unternehmen dahinter steht und wir haben das letzte Woche unseren Mitarbeitern Kund getan.
00:12:11: Da spürte man die große Begeisterung, dass Ruth übernimmt.
00:12:15: Und wir sind in alle Filialen gefahren eine Woche lang und haben das überall persönlich gemacht.
00:12:22: Und natürlich ... Die Frauen sind dann nochmals begeisterter, da sie jetzt endlich eine Frau war auch an der Spitze eines großen Unternehmen stets.
00:12:30: Nach außen wirkt es ja alles sehr harmonisch.
00:12:32: aber lief denn wirklich im Nachfolgeprozess alles so ganz ohne Schwierigkeiten?
00:12:37: Von meiner Seite aus schon!
00:12:40: Natürlich gibt es hier in der Mal, wo Rudach sagt, das hast du jetzt vergessen.
00:12:45: Ja so was kommt vor?
00:12:46: aber ich denke schon!
00:12:49: Es war auch mein Sohn Peter.
00:12:50: Der war ja im Unternehmen und er hat das dann mal kurz in die Sterneküche gegangen seinen Hobel zu fröhnen.
00:12:58: Und er hat dann gesehen dass das in der Gastronomie mit Familie schwierig ist und ist jetzt im Unternehmen in anderen Unternehmenszweigen zurück Hat auch die Freiheit gehabt auch sehr gut, weil Ruth auch einen Sparring-Partner in der Familie hat.
00:13:14: dann in ihren großen Entscheidungen.
00:13:17: Sprechen wir noch einmal über Christoph Engel?
00:13:19: Welche Rolle spielt er denn für sein Ausscheiden am Maskenskandal?
00:13:23: Überhaupt keine!
00:13:24: Da hatte er als Manager geholfen.
00:13:27: Fantastisch... dann auch den Flug organisiert, dass diese Masken kommen könnten.
00:13:34: Das hat zwar das Unternehmen stark belastet – auch den Christoph Engel und mich persönlich.
00:13:40: Es ist ja nach sechs Jahren sind wir immer noch eine große Summe von dreißig Millionen, die wir dem Land gelieden haben, also der Sanität geliedenen haben.
00:13:51: Wir brauchen dringende Schutzausrüstung.
00:13:53: Wir haben gesagt, wir haben das in China gefunden, haben ihnen die Preise die Materialien und das Konto der Chinesen geben und gesagt, dass ist was wir gefunden haben.
00:14:03: Macht's, tut damit was ihr wollt?
00:14:05: Und dann kam es sonst ins Ja gut!
00:14:07: Aber wir können nicht so schnell nach China Geld überweisen.
00:14:11: könnt, ihres uns überweisen.
00:14:14: Dann habe ich der Familienberat auch im Berufen und hab gedacht ja, was hätte mein Vater getan?
00:14:18: Habe gesagt okay, wir finanzieren das Versprechen von Landesrat Wiedmann und Landeshauptmann Kompatcher.
00:14:33: Und wie sehr belasten diese fehlenden dreißig Millionen Euro den Erfolg des Unternehmens heute?
00:14:38: Ja, sehr!
00:14:40: Weil wichtige Investitionen wir nicht machen können.
00:14:43: Es ist auch so dass viele Mitarbeiter-Unternehmen die tolle Projekte haben wo man sagen kann nein ihr müsst warten ihr könnt sie nicht entwickeln.
00:14:50: das geht auf die Motivation geht aber auch auf die Kraft des Unternehmen Und ich hoffe jetzt, dass da Bewegung hineinkommt.
00:14:58: Weil es kann nicht sein, das man helfen will und dann im Regen stehen gelassen wird... Es ist so!
00:15:05: Es ist ja ab normal, dass ein Privater der öffentlichen Hand Geld leid.
00:15:11: Das ist einer Notlage geschuldet gewesen und für eine Notlage gibt es offensichtlich keine Gesetze.
00:15:19: Und wahrscheinlich ist auch nicht das Gericht der richtige Haut, wo das entschieden werden
00:15:23: muss.".
00:15:23: Fühlen
00:15:24: Sie sich von Landeshauptmann Arno Kompater alleine gelassen?
00:15:26: Hat er sie im Stich
00:15:27: gelassen?".
00:15:28: Nein!
00:15:29: Er sagt immer, ich möchte gern helfen.
00:15:32: Ich weiß nur nicht wie.
00:15:35: was ich mir schon gewünscht hätte dass er öffentlich... Das hat er zu privat gesagt aber dass er öffentlich auch gesagt hat Ja Oberalp hat geholfen.
00:15:44: wir sind dem Dank verpflichtet.
00:15:47: Ich würde gern zahlen, ich weiß noch nicht wie.
00:15:49: Gerade gestern hat ja die SVP-Leitung auch ein Kommunikär rausgegeben wo sie gesagt hat da muss politisch was passieren wo auch Landeshauptmann dabei war und das auch wieder unterstützt hat.
00:16:00: Ich glaube er hat... Ja ich weiß auch in persönlichen Gesprächen oder auch dass er den anderen sagt es ist ja mein großes Anliegen!
00:16:06: Er leidet selbst darunter.
00:16:10: eine öffentliche Ansage wünsche ich mir, er hat auch gesagt er wird das machen.
00:16:14: Sie meinten in einem Interview im Verwirtschaftsmagazin Südtirol Panorama, im Oktober.
00:16:19: Ich zitiere sie hier, loslassen ist mir in meinem Leben noch nie schwergefallen weil ich immer neue Dinge gemacht habe und andere hinter mir aufräumen
00:16:29: mussten.".
00:16:31: Liegt es jetzt also an Ihrer Tochter Ruth dem Maskenskandal aufzuräumen?
00:16:35: Nein das ist ganz klar meine Aufgabe.
00:16:37: die Ruth muss da die Schulden frei haben und es ist jetzt gerade für mich jetzt wichtig dass ich es lösen kann dass die Rout eben mit voller Kasse das Unternehmen weiterführen kann.
00:16:48: Und gerade deswegen ist es jetzt der wichtigste Moment ein.
00:16:51: Das wäre, das ist ganz klar meine Aufgabe und war da auch nie involviert.
00:16:57: Sie muss wahrscheinlich andere Dinge aufräumen oder wird sie anders machen?
00:17:01: Ja!
00:17:02: Das ist gut so.
00:17:04: Für mich ist das jetzt glaube ich auch wirklich Zeit.
00:17:08: Ich bin dann nicht mehr in Bord.
00:17:12: Wir machen einmal im Monat Ein Update.
00:17:16: Ich bin im Verwaltungsrat und wenn Sie eine Frage haben, dann bin ich da.
00:17:23: aber es ist so wie die Bauern sagen unter einem alten Baum wächst der Junge nicht und deswegen muss der alte Baum weg.
00:17:32: Und wie schätzen sie sich selbst ein?
00:17:34: würde sie denn wirklich gelingen sich nicht einzumischen?
00:17:37: Das wird sicher manchmal schwer werden.
00:17:41: Vom Kopf her werde ich mich dann zurückhalten müssen, ob es mir immer ganz gelingt kann nicht versprechen aber ich denke schon habe die positive Erfahrung des Vaters gemacht der sich nicht eingemischt hat.
00:17:59: und ja ich glaube schon weil das Sprichwort heißt ja auch Ratschläge sind auch Schläge.
00:18:07: Nein, ich denke, ich schaffe es.
00:18:10: Vielleicht wird das eine und andere Mal dann nicht gehen, aber das ist auch akzeptiert.
00:18:15: Es war ja jetzt schon so, dass ich unter Rout und Christoph Engel, weil ich ja nicht mehr operativ sein durfte, der Libro sein im Unternehmen, der einfach Dinge sieht und sie dann auch unstrukturiert manchmal hineinbringen kann.
00:18:31: Das ist nicht immer einfach für das Management, aber da sei mir gegrunt gewesen weil natürlich Erfahrung schon auch einen Wert hat.
00:18:41: Und ich eigentlich ein Bauchmensch und Gefühlsmensch bin, nicht der Organisator das einem andere gemacht.
00:18:51: Aber dieses Gefühl wo sind Trends?
00:18:56: Was liegt in der Luft?
00:18:58: Das habe ich die Erfahrung gemacht dass die Antennen da auch noch funktionieren mein Wissen oder aber auch meine Vision nachtalten.
00:19:12: Sie haben Christoph Engel jetzt noch einmal angesprochen, wie wird das mit ihm weitergehen beziehungsweise?
00:19:16: Wie wird es mit ihm und oberhalb weiter gehen
00:19:19: was ganz wichtig ist.
00:19:20: der wird auch eine Auszeit nehmen da muss der Schatten auch weg und danach wird er als Senior Advisor dann nach einer einigen monaten auszeit zurückkommen aber in einen ganz klaren anderen roll nicht in den entscheidenden rohle sondern in einer Beratung.
00:19:39: Und auch das war Ihr Wunsch, Herr Oberhauch?
00:19:42: Dass er zurückkommt als Senioradvisor?
00:19:44: Ja ich denke schon, auch wenn es neue Ideen braucht.
00:19:49: aber wir haben sehr viel zu tun und auf Ruth und Stefan kommen ja sehr große Aufgaben und dass er dann Projekte übernimmt die ihm Ruth zuträgt oder ihn fragt ob er gewisse Projekten begleiten kann durch seine Wissen, durch seine Kontakte.
00:20:09: Nochmals Sport ist auch ein Bibelwissen.
00:20:12: Man muss Menschen kennen, man muss begeistern können und die Hintergründe kennen.
00:20:16: Und da ist natürlich Schade wenn großes Wissen sei es berufliches Wissen wie auch Markenwissen oder auch Sportwissen dann nicht genutzt werden könnte.
00:20:27: Jetzt haben wir noch nicht darüber gesprochen wie es mit ihnen weitergeht also... Ihre Tochter Ruth meinte im Interviews, mein Vater wird sicher nicht nichts tun.
00:20:36: Also was steht an?
00:20:38: Ich hoffe dass ich es langsamer mache!
00:20:41: Ich erlebe jetzt schon das.
00:20:43: es schön ist wenn ich durch die Stadt gehe und mal jemand treffe und sagen kann jetzt gehen wir einen Kaffee trinken.
00:20:48: Das war vorher speziell als Präsident des Unternehmerverbandes auch nicht möglich weil Meine zwei Assistentinnen, die mich durchgetaktet haben und ich am meisten sehe eine Minute oder zwei Minuten zu spät zum nächsten Termin gekommen bin.
00:21:02: Das ist schon einmal eine schöne Lebensqualität!
00:21:04: Nein es sind die Modehäuser, das sind ja zehn Modehäuser... ...das ist die Kveinkesserei Kapritz, das ist ein Kellereibetrieb in Rumänien.
00:21:12: Ich darf die Präsidentschaft vom Haus der Familie noch drei Jahre machen.
00:21:17: Da sind genügend Aufgaben aber jetzt kommt die große Freude.
00:21:21: Ich darf sicher einige Tage mehr auf meinem Hof am Ritten arbeiten, dass meine große Leidenschaft
00:21:27: ist.
00:21:27: Erzählen Sie ganz kurz über diesen Hof Rapperspül dort für die ihre Tochter und die Ferienwohnungen?
00:21:34: Ja, Maria macht die Ferianwohnung, ich bin so ein Knecht ... Und mein Detailiner Paulino, also mein Steckenpferd ist der autarke Hof!
00:21:46: Da gibt es alles Getreide von Schwarzblendt bis zum Urweizen, bis zum Rocken.
00:21:52: Alles Gemüse alles Obst sogar ein Bayer mit verschiedenen Fischen Kühe scharfe Ziegenhennen und so weiter.
00:22:02: Das ist das große Hobby.
00:22:05: ich habe natürlich jemand der mir hilft aber es ist wunderschön im Wald einen Baum zu feilen.
00:22:12: übrigens da haben wir die Kinder zur Weihnachten.
00:22:15: Das war ein Zwangsgeschenk.
00:22:16: Du musst eine Woche weiter bei der Kurs machen, bevor du das machst!
00:22:20: Aber es ist genauso schön einen ganzen Kartoffel-Acker anzulegen oder natürlich auch schönes Gemüse oder Obstzehren.
00:22:27: Also ich bin ja auf einem Hof aufgewachsen.
00:22:30: Der Heinrichshof war früher ein Weinhof mit Kühen und Schweinen noch drunter Und diese Leidenschaft hat mich immer begleitet.
00:22:38: Ich hatte ja Freunden einer Versprechen abgegeben dass ich es mir sechzig lasse.
00:22:45: Das habe ich verloren.
00:22:46: Es sind jetzt einige Jahre mehr
00:22:47: geworden.".
00:22:48: Sie sind jetzt altundsechzig Herr Oberrauch, aber sie wissen sehr wohl, dass die damit einer der jüngeren Familienunternehmer im Land sind, die es schaffen loszulassen?
00:22:59: Wenn Sie einen Blick darauf werfen und Sie wissen das mit Sicherheit auch von Ihren Unternehmerkolleginnen – es gibt gar einige, die mittlerweile auf die Achtzig zugehen und die Familiennachfolge überhaupt noch nicht geregelt haben… Und es noch nicht geschafft haben sie anzugehen, woran liegt das?
00:23:16: Viele Patriachen im Land ist nicht
00:23:18: schaffen loszulassen.
00:23:20: Wahrscheinlich zum Teil und wahrscheinlich kann da Nachfolge aber weil meistens ist es schon das eigene Ego denke ich dass eine Nichtlast.
00:23:30: natürlich können auch Umstände im Unternehmen sein wenn man Man hat ja eine große Verantwortung und wenn man das Gefühl hat, da geht es schlecht dann ist so eine Entscheidung danach auch schwierig.
00:23:44: Das weiß ich auch von einigen.
00:23:46: die mussten zurück rudern und haben das Zepter wieder in den Hand genommen haben aber jetzt eine gute Lösung gefunden.
00:23:52: also man hatte ja eine sehr sehr große Verantwortung Und die Verantwortung des Unternehmens steht vor der persönlichen Verantwortung Und unser Vater auch immer gelehrt.
00:24:06: Also natürlich, als Erstes kommt die Familie aber dann kommt es zu Unternehmen und dann kommen erst die privaten Bedürfnisse weil man eben diese Verantwortung
00:24:14: hat.".
00:24:14: Ich zitiere jetzt noch einmal den Family-Business-Experten Markus Weißhaupt, weil er sich ja mit Unternehmerfamilien in ganz Europa auseinandersetzt und er meint in seinem Buch erfolgreich trotz Familie.
00:24:25: wenn ein Familienunternehmer mit sechzig nicht anfängt über die Nachfolge nachzudenken sie mit siebzig geregelt hat, dann hat er mit achtzig Jahren sein Werk wahrscheinlich zerstört.
00:24:37: Sehen Sie das genauso?
00:24:39: Muss nicht sein!
00:24:40: Die Gefahr ist groß.
00:24:42: insofern ja mit sechzig habe ich angefangen, insoferen hab' ich ihm gefolgt.
00:24:46: Sehr schön.
00:24:47: abschließend meine letzte Frage Herr Oberhauch was ist Ihr Fazit aus Ihrem persönlichen Prozess den sie jetzt mit ihrer Doktorut abgeschlossen haben?
00:24:56: welche Fehler sollten Senioren und Juniorinnen
00:25:01: vermeiden?
00:25:02: Ja, ich denke es ist wichtig dass die Nachfolge immer als Geschenk empfunden wird.
00:25:09: Nie als Muss.
00:25:10: auf der anderen Seite, denke ich, ist es wichtig das die junge Generation auch sagt okay auch das Gefühl der Dankbarkeit dann auch mal ausspricht.
00:25:20: Ich glaube das tut gut und da darf ich auch ein Danke sagen, dass ihr mir das so vermittelt Auch wenn ich weiß, dass es für sie eine große Belastung ist.
00:25:30: Ich glaube, das sind so die wesentliche Dinge.
00:25:33: Und das Zweite ist halt darüber sprechen klare Regeln aufstellen wie es weitergeht und ja andere und offen sein was einen anderen Menschen dazu sagen.
00:25:46: da muss ich jetzt noch kurz einhaken.
00:25:48: Was sind so
00:25:48: klare regeln?
00:25:49: Ja schon klaren Regeln in der Familie was Familie ist was nicht Wie es weiter geht.
00:25:54: also diese Familien Government war.
00:25:57: auch Die Wertehaltungen des Unternehmens sind, was andere Familienunternehmen zu sagen oder nicht zu sagen haben.
00:26:05: Speziell in der Erbfolge gibt es viele Dinge die festgeschrieben und festgelegt werden müssen um Missverständnisse zu vermeiden und später dann vielleicht dadurch auch durch Missverständnis kann auch ein Streit
00:26:22: entstehen.
00:26:23: Herr Oberhauch, ich danke Ihnen vielmals für das Gespräch.
00:26:26: Wünsche Ihnen alles Gute!
00:26:27: Viel Erfolg, dass Sie es Ihnen wirklich gelingen sich draußen zu halten und sich ganz Ihren persönlichen Dingen, den schönen Dingen des Lebens zu widmen vor allem der Landwirtschaft.
00:26:36: Alles alles Gutes für die Zukunft.
00:26:38: Danke auch für dieses angenehme Gespräch, danke
00:26:43: Ja.
00:26:43: nach diesem Gespräch mit Heiner Oberhaucht blicken wir wie in jeder Ausgabe dieses Podcasts
00:26:48: auf die
00:26:49: aktuelle FF.
00:26:50: Worüber berichten wir diese Woche?
00:26:53: Auf der Titelseite sehen wir eine Nahaufnahme von Landeshauptmann Arno Kompater.
00:26:58: Dazu der Titel, er hat es geschafft!
00:27:00: Es geht um die Autonomiereform – die nun endlich doch ist.
00:27:04: Die SVP Jubelt unter Landeshhauptmann misst ihr eine historische Bedeutung zu.
00:27:09: Ob das wirklich zutrifft?
00:27:10: Das wird sich erst zeigen.
00:27:12: Silke Hinterwalner geht in der Titelschichte jedenfalls nach was diese Reform tatsächlich bringt und ob Südtirol damit in Zukunft nicht mehr um Schutz betteln muss.
00:27:23: Dann gibt es in diesem Heft noch eine weitere SVP-Geschichte, Es geht um Arnold Schula.
00:27:28: Zweiundhalb Jahre war er Präsident des SüdtiRola Landtages.
00:27:31: Vergangene Woche kam es wie vom Autonomiestatut vorgesehen zur Neuwahl und Angelo Genakaro, der bisherige Vizepräsident, der wurde zum neuen Präsidenten gewählt.
00:27:42: Alexander Aschbach hat Schula im Vorfeld mehrfach getroffen, mit ihm über seine Zeit als Präsident gesprochen und sie hat versucht herauszufinden was das politische Überlebensgeheimnis dieses Politikers ist.
00:27:55: Und wie es ihm gelungen ist immer wieder seinen eigenen Weg zu gehen!
00:28:00: Und da möchte ich noch auf das Porträt in dieser Woche verweisen – und zwar die Siegergeschichte des Gabriel Grüner Schülerpreises.
00:28:07: Eine Reportage von Anna-Lena Gufler und Fabian Bircher Überninds, zweiundachtzigjährigen Klaus vom Klotzhof.
00:28:14: Es ist der älteste Bauer von Moos in Passaia!
00:28:17: Es ist eine Geschichte über ein Leben voller Arbeit und die Frage was passiert wenn er einmal nicht mehr
00:28:24: da ist?
00:28:26: Ja das war's für diese Woche den nächsten FF Podcast.
00:28:28: Den gibt es in einer Woche wieder wie immer am Donnerstag denn Donnerstag ist der FF Tag.
00:28:32: Machen Sie's gut.
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