Sophie Rosentreter: Wie sollten wir mit Menschen mit Demenz umgehen?
Shownotes
Der 21. September war Welt-Alzheimer-Tag. In Südtirol leben über 13.000 Menschen mit Demenz, jedes Jahr kommen rund 1.200 hinzu. Der Alltag wird damit nicht nur für die Betroffenen zur Herausforderung, sondern auch für ihr Umfeld. Nicht ohne Grund gilt Demenz als Krankheit der An- und Zugehörigen. Wie tief dieser Pflegealltag einschneidet, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen: Fast jede zweite Hauptpflegeperson in Südtirol ist mittel bis stark belastet. Das weiß auch Sophie Rosentreter. Die 50-jährige Hamburgerin war früher Model, Schauspielerin und TV-Moderatorin. Heute ist sie als Demenz-Aktivistin, Buchautorin und Keynote-Speakerin unterwegs. Ihr Ziel: mehr Verständnis, Enttabuisierung und wieder mehr Leichtigkeit im Umgang mit Menschen mit Demenz. Darüber spricht sie mit ff-Redakteurin Julia Staffler in der neuen Podcastfolge.
Moderation & Redaktion: Julia Staffler
Produktion: Alexander Tribus, Albolina Film
Mitarbeit: Verena Pliger
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Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:01: Aufs Ohr, der Podcast der FF mit Julia Staffler.
00:00:06: Liebe FF-Hörerinnen, liebe FF Hörer, schön dass Sie diese Woche wieder mit dabei sind!
00:00:12: Der einundzwanzigste September war der Weltalzheimertag.
00:00:16: In Südterol leben über dreizehntausend Menschen mit Demenz und jedes Jahr kommen rund tausend zweihundert
00:00:22: dazu.
00:00:23: Der Alltag wird damit nicht nur für die Betroffenen zur Herausforderung sondern auch für Pflegenden.
00:00:29: Nicht ohne Grund gilt Demens als Krankheit der An- und Zugehörigen.
00:00:34: Wie tief dieser Pflegeralltag einschneidet, zeigt ein aktueller Studier des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health in Bozen.
00:00:42: Die Ergebnisse fast jede zweite Hauptpflegeperson ist mittel bis stark belastet.
00:00:49: Dieses Gefühl kennt auch Sophie Rosentreter.
00:00:52: Die fünftigjährige Hamburgerin war früher Model Schauspielerin und TV-Moderatorin unter anderem beim Musik-Sender MTV, Explosiv oder dem SattEins Frühstücksfernsehen.
00:01:03: Heute ist sie als Demenzaktivistin unterwegs.
00:01:07: Ihr Ziel mehr Verständnis, Entaborisierung und wieder mehr Leichtigkeit im Umgang mit Menschen mit Demenz.
00:01:14: Wie das gelingen kann?
00:01:15: Das erzählt Sie in dieser Folge Liebe Frau Rosentreter!
00:01:21: Sie waren ja als Model und Moderatorin unterwegs.
00:01:24: Was war denn da der konkrete Ause so dafür, dass Sie heute als Demenzaktivistin arbeiten?
00:01:30: Das war meine geliebte Großmutter Ilse die im Jahr zweitausend an Alzheimer erkrankt ist.
00:01:37: Und sie hat mich auf diesen Weg gebracht weil wir als Familie nicht damit umgehen konnten und ich über diesen Stolperstein sehr deugestürzt bin mit meiner Familie und danach mit ganz vielen Erkenntnissen wiederaufgestanden bin.
00:01:52: Das möchte ich heute weitergeben.
00:01:54: Wie war das denn damals für Sie, als plötzlich diese Diagnose kam?
00:01:58: Jetzt haben wir gesagt es war schwierig oder?
00:01:59: Ja, das war eine sehr schwierige Zeit weil wir den größten Fehler, den wir gemacht haben ist dass wir uns keine Hilfe geholt haben und wir sind nicht nach außen gegangen und haben gefragt was gibt es an Möglichkeiten um diese Diagnose besser zu verstehen?
00:02:13: wie können wir meine Großmutter unterstützen und wie können Wir uns als fliegende An- und Zugehörige auch unterstützen?
00:02:20: Das haben wir leider nicht gemacht.
00:02:22: Wir haben die Diagnose bekommen, ein paar bunte Pillen und dann war es das.
00:02:26: Und dann sind wir in eine Zeit, die sehr düster war gestäubert.
00:02:34: Wenn Sie heute an Ihre Großmutter denken, die an der Demenz erkrankt war, welches Bild oder welche Erinnerung haben Sie da am stärksten im Kopf?
00:02:42: Eigentlich zwei Welten im Kopf, einmal meine Kindheit mit ihr.
00:02:45: Die wunderschön war die leicht und bunt und voller Liebe war und dann eben die Zeit der Diagnose, die sehr düster war und sehr ergreifend waren und belastend und volle Angst und Schmerz.
00:02:57: Und ich weiß wir haben uns selber die schönen Momente genommen, die damals noch möglich waren.
00:03:03: Und das haben wir uns dadurch genommen weil wir uns nicht aufgeklärt haben und erst danach habe ich verstanden was es was es noch für Wege gibt der Kommunikation selbst, wenn die Sprache versagt.
00:03:13: Und ja das machen wir heute so ein bisschen zum Vorwurf dass wir damals nicht schon aktiv geworden sind und ich hätte es mir eigentlich auch vom Arzt gewünscht er uns damals die Diagnose gestellt hat Gucken Sie mal hier, hier gibt es einen Flyer von der Alzheimer-Gesellschaft.
00:03:28: Gucken sie mal hier da gibt es eine Selbsthilfegruppe.
00:03:31: also das ist auch heute leider noch Thema bei den Ärzten.
00:03:35: ah bitte gebt doch den Menschen also sowohl den demenziell veränderten als auch den pflegenden Angehörigen gebt ihnen doch was an die Hand damit sie wissen wo sie sich melden können.
00:03:44: okay also da war Schmerz und Ärger gleichzeitig da wahrscheinlich oder?
00:03:47: Ja Schmerzerger Ekel Überlastung Verzweiflung.
00:03:51: Die Frage, wieso wir?
00:03:53: Ich habe mich das erste Mal von meiner Großmutter gefürchtet.
00:03:56: Das war mein Leben lang nie der Fall und auf einmal konnte ich mit ihr nicht umgehen weil ich nicht wusste warum sie auf einmal so aggressiv wurde.
00:04:04: im Nachhinein verstehe ich das alles aber damals war ich in einer Ecke gedrängt und es hat mich und auch meine Mutter krank
00:04:11: gemacht.".
00:04:12: Sie haben es angesprochen dass die Kommunikation immer schwieriger wird und die Worte auch fehlen.
00:04:16: wie baut man da eine Brücke zum gegenüberwiegelingtas?
00:04:19: Also man darf sich vorstellen, dass die Welt der Demenz ein Anderland ist.
00:04:24: Und wir fliegen an und zugehörigen und sind die Gesunden, die in dieses Anderlands reisen müssen um ihn dort zu begegnen.
00:04:32: Wir können Menschen mit Demenz nicht mehr in unsere Wahrheit oder Realität zurückholen sondern wir können ihnen ihrer Welt begegnern.
00:04:40: Ihre Welt ist eine Welt aus Gefühlen und Sinneswahrnehmung.
00:04:44: Und da können wir über Poesie, über Kunst.
00:04:48: Über Gedichte, über Malen, über Tanz, über Berührung, Bewegungen... ...über spielerisches, über Kindliches nicht kindisches sondern kindliches mit in Verbindung treten.
00:04:59: und ja das sind dann eben ein altes Lied!
00:05:02: Ein altes Foto, einen Geruch von damals eine Berührungs-, eine Gasse die wir zusammen entlang gehen, die uns an etwas erinnert ist Viel mehr jetzt und hier, das ist feinere Kommunikation.
00:05:14: Da geht es auch sehr viel über G-Stick, Mimic, Tonalität gar nicht so um eben den Verstand sondern um das Gefühlte.
00:05:22: Wir sind so viel mehr als unser Verstand.
00:05:25: Sie haben jetzt seit Jahrzehnten an die Produktionsfirma Ilses Weite Welt gegründet.
00:05:29: Sie drehen da Aufklärungsfilme für Pflegende, aber auch Erinnerungsfilmen für Menschen mit Demenz.
00:05:35: Was genau sind jetzt Erinnerungfilme?
00:05:37: Als was kann man sich davorstellen?
00:05:38: Naja das heutige Fernsehprogramm ist nicht geeignet von Menschen mit demenz.
00:05:41: Da laufen Serien wo ich schon ein Problem habe.
00:05:44: zu verstehen war wie mit wem welche Beziehungen hat und danach kommt die Werbung die sehr schnell geschnitten ist sondern kommen noch den Nachrichten mit irgendwelchen Kriegsbildern.
00:05:53: dass sind Abdrücke auf der Seele die etwas oder Trigger, die etwas hervorrufen und was wir oft gar nicht möchten.
00:06:01: Und ich habe das erlebt in einem Heim.
00:06:03: da saß eine Frau geparkt vor dem Fernseher und die Nachrichten liefen gerade und natürlich waren eben auch Kriegsbilder zu sehen.
00:06:11: und auf einmal schnellte sie hoch aus ihrem Rollstuhl und sagte dies ist keine Übung!
00:06:15: Dies is keine Übung!
00:06:17: Und wollte zurück in den Bunker Und war durch diesen Kriegsschauplatz erinnert an ihre Vergangenheit.
00:06:24: Deshalb müssen wir vorsichtig sein, was wir zeigen.
00:06:26: und da bin ich auf die Idee gekommen, okay... Was könnten Filme für Menschen mit Demenz sein?
00:06:31: Das sind warme Bilderteppiche!
00:06:33: Da geht es um Musik, da geht das um Kinder, da gibt's um gefühlvolle Bilder, die eben mein Gefühl triggern und worüber ich wieder ins Gespräch kommen kann.
00:06:42: Ich habe auch nicht bei den Filmen das Problem, dass wenn ich mal zehn Minuten unaufmerksam bin den ganzen Film nicht mehr verstehe, sondern es sind einzelne Kapitel und ich kann immer wieder einsteigen.
00:06:54: Und mich fein lassen in diesen
00:06:56: Bilderteppich.".
00:06:57: Was raten Sie als Menschen die im eigenen Umfeld merken dass jemand an dem Mensch erkrankt?
00:07:01: Also wie geht man konkret damit um das sich die Persönlichkeit auch verändert also dieses Klischee.
00:07:06: okay dieser Mensch vergiss ständig was ich gerade gesagt habe.
00:07:10: Also natürlich ist die Diagnose das A und O. Wenn man über ein halbes Jahr merkt, hier treten Dinge auf, denen nicht normal sind so Alltagskompetenzen, Orientierung was über das normale Alter oder unseren stressbedingten Alltag hinausgeht dann bitte gehen Sie zum Arzt und gehen sie zum Neurologgen und lassen sich nicht mit Das könnte Burnout sein abtun ganz oft von Menschen mit Demenz gehört, die dann dreimal beim Arzt waren und alle sagten Burnout gehen sie mal zur Kur.
00:07:41: So und bei der vierte Arzt hat er endlich herausgefunden es ist eine Form von Demenz.
00:07:46: wenn diese Diagnose steht dann bitte offen und ehrlich mit dem Menschen mit dem Mensch darüber reden und fragen wie geht's dir?
00:07:53: was möchtest du von mir?
00:07:54: Was kannst Du?
00:07:55: Wo soll ich dich noch unterstützen wo nicht?
00:07:58: so das ist total wichtig weil dieser Grad zwischen Bevormundung und unterstützen, der ist ganz, ganz schmal.
00:08:05: offen in der Familie, offen in Nachbarschaft darüber sprechen und versuchen dieses Thema nicht unter den Tisch zu kehren sondern auf dem Tisch zu packen.
00:08:14: Weil jetzt haben wir die Chance auch darüber zu reden um daran zu wachsen und Möglichkeiten zu finden wie wir damit umgehen.
00:08:19: Sie
00:08:19: haben die Orientierungslosigkeit angesprochen.
00:08:21: was sind denn sonst noch so Anzeige?
00:08:23: Also alleine bei der Orientierungslose gibt es vier Arten der Orientationslosigkeit.
00:08:28: das ist einmal die zeitliche Desorientierung.
00:08:31: ja ich gehe in den Nacht- und Tagrhythmus verloren in den Jahrzehnten verloren und eine achtzigjährige Dame fühlt sich in fortgeschrittener Demenz wie dreißig.
00:08:41: So, das muss man wissen!
00:08:42: Und wenn sie eine Dreißig- oder eine Achtzigjährige-Dame wie dreizig fühlt dann wird sie ihre Tochter auch nicht wiedererkennen die jetzt mittlerweile vierzig ist.
00:08:51: Dann kommen wir zum nächsten Punkt der personellen Desorientierung.
00:08:54: ich erkenne dich nicht mehr wieder als der du bist aber das Herz wird nicht dement.
00:08:59: Ich spüre dass Du mir wohlgesonnen bist Dass ich dich irgendwie, dass du mir bekannt bist.
00:09:06: Ich weiß aber nicht wer du bist.
00:09:07: Dann gibt es die situative Desorientierung... ...ich halte eine Zahnbürste in der Hand und weiß gerade nicht wozu das gut ist.
00:09:15: Da hilft es dem Menschen, das nicht sofort abzunehmen und zu sagen, ich putze dir die Zähne sondern ist vorzumachen!
00:09:22: Und dann kann sich das gegenüber daran orientieren und das sozusagen spiegeln.
00:09:27: Und dann gibt es noch die räumliche Desorientierungen.
00:09:30: Das heißt Ich gehe vielleicht auch in eine Wohnung, die ich alles so gut kenne verloren.
00:09:35: Wenn ich im Kopf verloren gehe dann gehe ich auch manchmal eben in den Räumlichkeiten verloren und dann heißt es auf einmal das ist nicht mein Zuhause oder man ist zu Hause.
00:09:43: und ich will nach Hause da bitte hinter Nicht das gesagte gucken sondern ja hinter das gesagtes gucken und das Bedürfnis sehen.
00:09:52: was steckt dahinter?
00:09:53: wenn jemand sagt ich will Nach hause wahrscheinlich brauche Sicherheit fühlt sich gerade verloren möchte sich auskennen und dann auf dieses Gefühl eingehen.
00:10:03: Und nicht auf das gesagt.
00:10:05: Das sind einzelne Anzeichen, es wird wahrscheinlich kein Schema geben wie's abläuft.
00:10:10: Wir haben fünfzig Formen von Demenz die uns bekannteste Alzheimer und es gibt natürlich Formen die sie gerade am Anfang ausdrücken Die frontotemporale Demenz.
00:10:21: da geht es sehr auf die Persönlichkeit also da muss man sich informieren je nach Diagnose.
00:10:28: Und was sind jetzt die häufigsten Fehler, die gemacht werden, was die Pflege angeht?
00:10:32: Also was kann da schiefgehen.
00:10:34: Also ich glaube es sind zwei Dinge einmal darüber nicht zu reden, die Chance zu vertun mit dem Menschen, mit dem Mensch darüber zu reden wie's geht, was er braucht und eben auch in der Öffentlichkeit damit klar kommunizieren Was gerade in der Familie passiert, die Nachbarschaft drauf aufmerksam machen und dann Hilfe holen.
00:10:54: Hilfe erholen ist ein Teilchen von Stärke und nicht von Schwäche das ist ganz klar.
00:10:59: Machen Sie sich sichtbar, gehen sie zur Selbsthilfegruppe sowohl für den Menschen mit Demenz als auch für die Fliegen an und zu Gehörigen.
00:11:06: holen sie sich ehrenamtliche Unterstützung.
00:11:08: es gibt so viel da draußen.
00:11:10: wir trauen uns nur oft nicht dass anzunehmen und das ist falsch.
00:11:15: Sie stehen ja auch in Kontakt zu vielen pflegenden An- und Zugehörigen.
00:11:19: Was sind denn die häufigsten Sorgen und Herausforderungen in der Pflege?
00:11:23: Pflegende An-und Zugeheurige spüren ihre eigenen Grenzen nicht mehr, und gehen über die hinaus – das ist ein ganz großer Fehler.
00:11:31: selbstpfleger eines Angehörigens.
00:11:35: Es ist essentiell wichtig weil sonst brech ich irgendwann zusammen und werde selber zum Pflegefall.
00:11:39: da gibt es ganze Studien zu.
00:11:41: Insofern, da auch immer gucken welche Unterstützung kann ich nehmen.
00:11:45: Wie kann ich mich in mir selber etwas Gutes tun?
00:11:48: Kleine Auszeiten und das geht aber auch nur indem wir das lernen und dafür brauchen wir Menschen die sich das zu Berufen gemacht haben uns als fliegende Anunzugehörige dazu unterstützen.
00:11:58: also achten sie auf sich selbst.
00:12:00: Sie sprechen ja oft davon dass man dem Thema Demenz mit mehr Leichtigkeit begegnet sollte.
00:12:04: was meines ihr damit.
00:12:05: Ich meine dass man den Blick auch darauf hat durchwissen gestärkt, dass es schöne Momente auch mit Demenz gibt.
00:12:13: Ich will das nicht auf die leichte Schulter nehmen diese Diagnose, das auf gar keinen Fall oder veralbern aber mit Wissen und Unterstützung bekommt man die Möglichkeit bis zum Ende gemeinsam schöne Momen zu erleben und dass es wieder leicht wird das Leben trotz Demenz.
00:12:30: Es waren in den schönsten Momenten mit ihrer Großmutter.
00:12:32: In meiner Großmutter hatte ich nicht so viele schöne Momente, weil ich es eben nicht wusste.
00:12:37: Aber ich habe mit wildfremden anderen Menschen wunderschöne Momente gehabt.
00:12:41: Ein Beispiel neu war ich im Pflegeheim und ... Menschen mit dem Wissen oder Spüren ganz genau, ob du echt bist oder nicht.
00:12:49: Ob du gerade eine Rolle einnimmst oder nicht.
00:12:51: und ich habe mich zu einer älteren Dame gesetzt die da ganze einsam und alleine in der Ecke saß so und hab ihr meine Hand angeboten.
00:12:58: Die hat sie sofort genommen.
00:13:00: es war Berührung, Kontakt da und dann haben wir uns mit großen Augen angeguckt und sie fing dann das Lächeln an und dann nahmen wir innerhalb von fünf Minuten alle Vögel sind schon da gesungen.
00:13:09: Das war ein Lied was Sie kannte und deshalb haben wir das gesungen.
00:13:14: Ich meine, wem würde ich sonst mit welcher wildfremden Person hier in der Stadt nach fünf Minuten Händchen haltend singen sitzen.
00:13:22: Also das würde nicht passieren im Alltag.
00:13:24: Insofern sind so Mikromomente der Verbundenheit wo die Menschen mir ins Herz gucken und ich denen ins Herz gucke.
00:13:31: Da geht auch mein Herz eben auf!
00:13:33: Das sind wunderschöne Momente dich nicht müssen machen.
00:13:37: Sie haben ja auch mehrere Bücher geschrieben.
00:13:39: Ein Buch in der Lage der Name kommen her, wo soll ich hin?
00:13:42: Und da fordern sie Menschen die an der Mensa krank sind, in die Mitte der Gesellschaft zu stellen.
00:13:46: Wie kann das gelingen?
00:13:48: Ein Thema uns alle öffnen!
00:13:50: Also es ist schön dass Sie sich um dieses Thema gerade bemühen und sich öffnenden.
00:13:54: Sie sind jung.
00:13:54: Haben Sie mit diesem Thema schon Berührung gehabt?
00:13:56: Nein zum Glück noch nicht der.
00:13:58: Deshalb halte ich es für ganz wichtig, dass das in die Schule kommt Weil alleine zum Beispiel in Deutschland gibt es vierhunderttausend Kinder, die pflegen.
00:14:08: Also an jeder Klasse gibt es ein bis zwei Schüler, die zu Hause pflegeln und die werden ja nicht zum Thema gemacht weder die Lehrerwissen ist noch den Mitschülerwissen.
00:14:17: Und wenn die aber unterstützt werden dann sind das die Experten von morgen, die für uns stehen bleiben waren?
00:14:22: Wir müssen klar machen dass Pflege laut bunt cool ist, dass es da Möglichkeiten gibt Dinge zu entwickeln, von Apps über Wohngemeinschaften und das Demenz ist eines der Zukunftsthemen.
00:14:35: Insofern sehe ich das in der Schule auch schon im Kindergarten natürlich am Familientisch so und es ist wir werden nicht genügend Pflegekräfte haben Wir werden nicht Genügend viele andere Unzugehörige haben.
00:14:47: Deshalb sind wir als Gemeinschaft, als Gesellschaft gefragt
00:14:51: Hat sich da einiges getan?
00:14:53: In dieser Zeit, in der sie das machen?
00:14:56: Es hat sich was getan, bei Warten noch nicht schnell genug.
00:14:59: Besonders in Deutschland sind wir da etwas langsam.
00:15:01: Es gibt andere Länder die wirklich tolle Beispiele haben.
00:15:05: In Oslo gibt es einen Demenz-Dorf.
00:15:08: Da darf der Harley Davidson Club einmal in einer Woche vorbeikommen und die Bewohner mit auf eine... Tour nehmen.
00:15:14: oder die Bierbrauerei macht einmal im Monat dort ein Tasting.
00:15:18: Das wäre bei uns gar nicht möglich wegen der ganzen Versicherung und Vorschriften.
00:15:21: so, dann eines meiner Lieblingsbeispiele aus Japan ist The Restaurant of Mistaken Orders das Restaurant der falsch verstandenen Bestellungen und dort sind Menschen mit Dementum Service angestellt und jeder weiß der da reinkommt.
00:15:36: ich bekomme zu neunzig Prozent etwas komplett anderes als das was sich bestellt habe.
00:15:41: so aber es So eine fröhliche Atmosphäre und Menschen mit Demenz wollen Teilhabe leben.
00:15:48: Und wollen noch gebraucht werden, und wollen noch sinnstiftende Arbeit haben.
00:15:52: Das zeigt das es möglich ist.
00:15:54: Ja sind die ein oder andere Unternehmen schon aufgekehrt?
00:15:58: In einem oder anderen Unternehmen ist es auch Chefsache geworden so aber wir haben da noch einen Weitenweg für uns.
00:16:05: Vielleicht am abschließend was ist denn am wichtigsten im Umgang mit Mensch mit Demens?
00:16:12: Haben Sie keine Angst.
00:16:13: Und vielleicht auch noch, es gibt kein herausforderndes Verhalten sondern es gibt nur herausfordernde Situationen.
00:16:21: Menschen mit dem Mensch spiegeln uns das was sie fühlen und bitte nicht das Verhalten ändern wollen Sondern bitte gucken Was man an der Situation verändern kann damit die Laune eine andere wird.
00:16:33: Super Vielen Dank Vorausentreter.
00:16:34: Sehr gerne
00:16:38: Ja.
00:16:38: kommen wir nun zur aktuellen FF.
00:16:41: Auf dem Cover sind drei Menschen zu sehen Melanie Meyer, Eva Klotz und Sven Knoll.
00:16:47: Es sind die führenden Köpfe der Südtiroler Freiheit.
00:16:50: Der Titel dazu lautet unsere AfD.
00:16:54: Alexandra Aschbacher und andere Wert haben über Monate für die Titelgeschichte in diesem Heft recherchiert.
00:17:00: Es geht darum wie die führen den Köpfen der Partei dicken, wie sich die Partei in den vergangenen Jahren radikalisiert hat welche Methoden sie anwendet und warum sie damit so erfolgreich ist.
00:17:11: Und Silke Hinterwalder hat sich für dieses Heft mit der Ortsdachse beschäftigt.
00:17:16: Seit zwölf Jahren schwimmt sie immer mehr Geld in die Kassen von Tourismusvereinen, IDM und Gemeinden.
00:17:23: Hinterwaldener geht dann Fragen nach was soll mit diesem Geld eigentlich bezahlt werden?
00:17:28: Wird es gerecht verteilt und wer hat überhaupt Anspruch darauf?
00:17:31: Denn mit den steigenden Gästezahlen wachsen auch die Begehrlichkeiten Und Georg Maier hat für sie einen spektakulären Auftritt von Florentina Holzinger und ihrer Truppe beim Transat-Festival in Bozen besucht.
00:17:44: Seine Eindrücke lesen Sie im aktuellen Heft!
00:17:48: Ja, das war's für diesen Donnerstag – aber schon ab diesem Freitag gibt es eine neue Folge des FF Polit-Podcasts aus der Plasse mit Alexandra Aschbacher.
00:17:57: Zugast ist diesmal Gabriele Morandell.
00:17:59: Sie ist die Vorsitzende der Sozialmitte in der SVB.
00:18:03: Sie erzählt unter anderem auch aus ihren Jahren als Südtiroler Volksanwälte, erzählt warum sie sich als Hobby diese Parteifunktion ausgesucht hat und warum ihr ausgerechnet das Singen hilft – auch mal von der Politik abzuschalten.
00:18:16: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:18:17: Wir hören uns wieder nächsten Donnerstag.
00:18:19: Der Donnerstag ist der VF-Tag.
00:18:21: Machen Sie es gut!
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