Aus der Blase #22: David Augscheller, was bedeutet es heute noch, links zu sein?

Shownotes

David Ausschellen ist am 28. April 1969 in Sterzing geboren und gemeinsam mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester am Reschen aufgewachsen, "zweisprachig und frei", wie er selbst sagti. In Innsbruck hat er Geschichte und Germanistik studiert, von 1997 bis 2020 dann an der Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie „Marie Curie“ in Meran unterrichtet. Seit Herbst 2020 ist er als Schuldirektor tätig, zunächst beim Schulsprengel Bozen-Europa, heute am Realgymnasiums und der Technischen Fachoberschule in Meran. Augscheller saß 16 Jahre lang für Rifondazione Comunista und die Ökosoziale Linke im Meraner Gemeinderat. 2020 legte er das Mandat aus Zeitgründen nieder. 2013 hatte er für den Landtag kandidiert, als Spitzenkandidat für Rifondazione Comunista – jedoch ohne Erfolg. David Augscheller lebt in Meran und ist Vater eines erwachsenen Sohnes.

Er liest viel, fragt man ihn nach den Büchern, die sein Weltbild prägen, antwortet er: Karl Marx, Rosa Luxemburg, Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Michel Foucault, Pierre Bourdieu

Im ff-Podcast "Aus der Blase" erzählt er von seiner Kindheit am Reschen, wie er in einer zweisprachigen Familie aufgewachsen ist und wie er schließlich zu den Linken kam. Gemeinsam mit Alexandra Aschbacher spricht er darüber, was links sein heute bedeutet und wie Südtirol aussehen könnte, würden auch die Linken in der Regierungsverantwortung sein. Augscheller arbeitete viele Jahre als Oberschullehrer, heute als Schuldirektor. Im Podcast spricht er viel über Bildungspolitik und warum man bei der Ausbildung der Lehrpersonen ansetzen müsste.

Moderation & Redaktion: Alexandra Aschbacher

Produktion: Alexandra Aschbacher

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich gehörte nicht wirklich zu deutschen Sprachgruppen als Kind und auch nicht wirklich zur italienischen Sprachkuppe, also ich war so ein Mischwesen.

00:00:09: Und dann gibt es zwei Optionen – man geht in eine Identitätskrise oder man findet eine neue.

00:00:16: Wie blicken Sie denn heute auf dieses politische Geschäft und diese politische Welt?

00:00:22: Ja, ich denke schon dass wir uns in eine problematische Zukunft hineinmanövrieren.

00:00:27: Aber was heißt Problematik?

00:00:28: Ja, es ist alles so konfliktbeladen und auch sehr aggressiv.

00:00:34: Und vor allem... Das betrifft wirklich einen kleinen Teil der politischen Repräsentanten, aber die sind sehr laut.

00:00:44: Vor allem werden Minderheiten attackiert seit langem schon.

00:00:50: Es hört nicht auf

00:00:51: offensichtlich!

00:00:54: Das Beste an Gemeinderatssitzungen?

00:00:58: Die Sitzung an sich, ich habe sie... Entweder Eigenharte klingen, aber ich habe die Sitzungen immer genossen.

00:01:04: Die Auseinandersetzungen – auch wenn meine Beschlussanträge meistens nicht angenommen wurden, ab und zu doch?

00:01:12: Aufs Ohr der FF-Polit Talk mit Alexandra Aschbacher.

00:01:18: Herzlich willkommen zu aus der Blase dem politischen Gespräch bei dem wir der Frage nachgehen was machen Politiker eigentlich und was macht die Politik mit Politikerinnen?

00:01:27: Und das mache ich heute mit einem Vertreter der Partei Lassinistra de Linke mit David Augschäler, einem langjährigen Gemeinderat von Meran und Oberschuldirektor.

00:01:37: Also vom Beruf Lehrer jetzt Oberskuldirektor.

00:01:39: Schön dass Sie hier sind Herr Augschläler.

00:01:41: Freut mich besonders das sie die Zeit gefunden haben.

00:01:43: Es freut

00:01:43: mich auch und danke für die Einladung!

00:01:45: Wie geht es Ihnen gerade Herr AugSchäler?

00:01:48: Mir geht es gut.

00:01:48: ich finde mich ganz locker in angenehmer Stimmung.

00:01:52: Wir zeigten heute auf am fünften Oktober.

00:01:55: also die Schule ist schon richtig so am Laufen Schon fast wieder Ferienreif, die meisten.

00:02:00: Was ich gehört habe ist ja auch

00:02:01: ... Ja, ich bin schon längst ferienreiferlich.

00:02:04: keine Sommerferien hatte heuer Ausnahmsweise sonst gehe ich schon in meinen Null auf.

00:02:08: aber heu hat es nicht geklappt.

00:02:10: deshalb werde ich diese einige Tage nachholen.

00:02:14: Aber ich bin definitiv auch Holaubsreif jetzt, ja.

00:02:17: Aber wenn Sie davor gesagt haben Es geht Ihnen eigentlich gut Man sagt das immer so schnell dahin was meint ihr da genau?

00:02:24: Es geht mir gut dass ich natürlich grundsätzliche Zufriedenheit besteht.

00:02:30: Und dass man gesund ist, das ist keine einfach dahingeschmissene Phrase, sondern es ist wirklich so und dass grundsätzlich mehr oder weniger keine größeren Probleme anfallen.

00:02:42: Natürlich gibt es Alltagsprobleme die zu lösen sind wie in jedem Beruf aber insgesamt passt's.

00:02:50: Es ist eine Kunststimmung, die Zufriedenheit widerspiegelt.

00:02:56: Dann stelle ich Sie jetzt ein bisschen vor für all jene Zuhörerinnen, die sie vielleicht nicht mehr so auf dem Schirm haben oder wenig von ihnen bisher gehört haben.

00:03:04: Sie können mich sehr gerne korrigieren und auch eingreifen wenn ich blödsinnig rede.

00:03:08: Sie sind am twenty- zwanzigsten April neunundsechzig in Stärzien geboren und gemeinsam mit ihrer Eltern und Schwestern am Resschen aufgewachsen.

00:03:15: Sind zweisprachig aufgewachsen und haben in Innsbruck Geschichte & Germanistik studiert.

00:03:20: Von siebenundneunzig bis zweitausendzwanzig haben Sie eine Fachoberschule für Tourismus- und Biotechnologie in Meran unterrichtet.

00:03:27: Seit Herbst-Zwanzig sind Sie Direktor, als Direktor tätigt zunächst beim Schulsprängel Bozen Europa und heute am Realgymnasium unter Technischen Fachoberschulen in Merran.

00:03:38: Sie saßen sechzehn Jahre lang für Reformationen Kommunista und die ökosoziale Linke Merana Gemeinderat In den letzten Jahren, in dem Sie das Mandat aus Zeitgründen niederlegten.

00:03:48: Und ich springe jetzt noch mal vor, sie kandidierten auch einmal für den Landtag als Spitzenkandidat für Reformationen-Kommunista.

00:03:55: Ich glaube, dass war damals nach langer Zeit wieder das Reformation der Kommunisten mit eigenständig... Ja, soweit

00:04:03: ich mich erinnere, stimmt das ja genau!

00:04:04: Sie leben in Meran und sind Vater eines erwachsenden Sohnes.

00:04:07: Soweit die wichtigsten Fakten erledigt.

00:04:12: Sehr schön!

00:04:14: Damit wir beide ein bisschen warm werden, dürfen Sie auch ein paar Entwederoderfragen beantworten.

00:04:19: Also das ist alles nicht so tragisch wie das manchmal so angenommen wird.

00:04:24: aber es geht schon darum dass sie sich entscheiden müssen.

00:04:28: Es gibt keinen Joker.

00:04:30: und um ein bisschen Sie auch mal kennen zu lernen auf einer anderen Art und Weise Land oder Gemeinde?

00:04:37: Gemeinde

00:04:39: Hund oder Katze?

00:04:40: Hund definitiv!

00:04:41: Sie sind bis jetzt eines Hundes.

00:04:42: Einer Hündin, eine Hündi, die

00:04:45: Emi.

00:04:45: Eine Emi, es ist ein Emi im Wischling-Bohrerkolli australischer Körper.

00:04:49: Kann man oft Fehler machen in Katzenfreunden oder Hundefreunden?

00:04:52: Da gibt's sehr große... Das sind Heikle,

00:04:54: Heikle

00:04:54: drinnen.

00:04:56: Das sind ja mit den

00:04:57: politischen Themen

00:04:58: zusammen.

00:04:58: Heikle wie manches politische.

00:05:00: Genau.

00:05:01: Jean Paul Sartre und Albert Camus.

00:05:04: Wow Schwieg, Camu!

00:05:07: Finchkau oder Meran?

00:05:09: Meran.

00:05:10: Respekt oder Glück

00:05:11: Respekt.

00:05:12: Erste Reihe oder letzte Reihe?

00:05:15: Letzte.

00:05:16: Italienische Politik oder deutsche Politik?

00:05:18: Italienisch.

00:05:19: Georgia Meloni oder Friedrich Merz?

00:05:23: Das ist eine schwierige, gemeine Frage!

00:05:28: Ich muss mich entscheiden... ich denke, totallem würde ich mich für Merz entscheiden.

00:05:33: Arno Kompaccia oder Rosemary Palmer?

00:05:36: Genauso schwierige Frage.

00:05:39: Schwierig, weil Ano Kumpaccia zurzeit eine Rolle spielt die vielleicht eines Tages Frau Barma spielen könnte.

00:05:47: Deshalb ist der Vergleich schwierig aber vielleicht doch Rosmaribama.

00:05:51: Rosmaridbama oder Katharina Zeller?

00:05:54: Katharina zeller.

00:05:55: Vegetarisch oder vegan?

00:05:57: Vegetarische.

00:05:58: Brecht- oder Kafka?

00:05:59: Kafka!

00:06:00: Kafka oder Biller?

00:06:02: Kafka.

00:06:03: Rom oder Wien?

00:06:06: Wien.

00:06:07: Tourismus, Begrenzung mit Slot-System ja oder nein?

00:06:10: Ja.

00:06:11: Kompromiss oder klare Kante?

00:06:14: Kompromess.

00:06:15: Sicherheit oder Freiheit?

00:06:17: Freiheit!

00:06:18: Umverteilung über Löhne oder Übersteuern?

00:06:21: Über Steuern.

00:06:23: Sie hätten das jetzt ganz wunderbar hinter sich gebracht...

00:06:25: Das ist jetzt die erste Hürde, ich bin froh und...

00:06:29: Es gibt das Schlimmste vorbei Herr Augschaler wenn sie symbolisch oder auch nicht symbolisch die Augen schließen und an ihre Kindheit denken Was sind Sie da?

00:06:39: Ich sehe in Asselin eine Geborgenheit, also eine Kindheit im geborgenen Familienumfeld und auch Freiheit.

00:06:49: Also diese Kombi zwischen Geborganheit und Freiheit würde ich jedem Kind wünschen – jeden Menschen grundsätzlich!

00:06:56: Das ist das was ich aus heutiger Sicht empfinde wenn ich jetzt auf meine Kindheitsrückblicke Und meine Eltern beobachten und so mir mental vor Augen für diese Mischung zwischen Geborgenheitsgefühl und Freiheit definitiv.

00:07:12: Ich glaube, das ist das was ich jetzt zurzeit sehe.

00:07:16: Was macht dieses Freiheitsgefühle aus?

00:07:18: oder was hat das damals ausgemacht?

00:07:20: Oder im Rückblick jetzt wenn Sie das so benennen

00:07:23: Ja grundsätzlich Ich meine schon eine physische freie, räumliche Freiheit.

00:07:27: Die Möglichkeit die umliegenden Wälder zu gehen, zu toben, zu spielen, wissend dass das alles kein Problem war und dann eben doch zu wissen, dass jemand da ist der auf dich schaut.

00:07:43: Und darauf

00:07:45: einen wiederwartet?

00:07:45: Genau!

00:07:47: Ihre Mutter war gebürtiges Zyzylianerin, ihr Vater stammte aus Parchings.

00:07:52: Wie hat sich dieser Mix geprägt?

00:07:55: Ja, wie sie schon anfangs sagt.

00:07:57: Ich bin zwei Sprache aufgewachsen also ich fühle mich in beiden Sprachgruppen gleichermaßen zu Hause.

00:08:03: Deshalb habe ich auch gelernt zwischen so kulturellen Identitäten zu switchen und hab meine eigene Identität notwendigerweise auch definieren müssen.

00:08:17: das heißt ich fühl mich grundsätzlich weder Österreich noch Italiener.

00:08:22: Für mich ist die Nation eine kulturelle Begrifflichkeit, aber kein naturgegebenes Gesetz.

00:08:27: Ich fühle mich dort zu Hause, wo ich auf Menschen treffe, die eine gewisse Wahlverwandtschaft darauf weisen und das habe ich zuhause gelernt.

00:08:38: Das hat meine interkulturelle Erziehung dann wahrscheinlich auch ausgemacht.

00:08:44: Weil ich ja da Vorparism entweder Oderspiels ein paar Namen hineingewürfen habe so von... philosophischen Denkern von Autoren.

00:08:54: War das etwas, was sie schon früh geprägt hat so?

00:08:56: Die Auseinandersetzung mit gewissen Autoren und gesellschaftspolitischen Theorien?

00:09:03: oder wenn Sie zurückdenken, was hat sie da auch nicht nur von der älterlichen Seite, sprachlichen kulturellen Seiten geprägzt sondern auch gewisserweise vielleicht auch schon politisch.

00:09:12: Grundsätzlich eben diese familiäre Situation hat mich schon immer wieder zu reflexiven Phasen geführt.

00:09:19: Also ich bin am Rest aufgewachsen, wie gesagt in einem zweisprachigen Umfeld und man gehört irgendwie zur Dorfgemeinschaft dazu.

00:09:29: dann doch wieder nicht weil es ja andere Kinder die rein deutschsprachig aufgewachen waren und in wirklich halt eingesessenen Familien aufgewachsen waren.

00:09:39: Die hatten so ein anderes Standing Cross Meine Eltern waren zum Doranführungszeichen zugewanderte oder auch ohne zu Anführungszeichen zugewandert.

00:09:48: Also ich hatte so eine gewisse hybride

00:09:52: Stellung

00:09:52: im Ganzen,

00:09:54: in der

00:09:54: ganzen Community.

00:09:55: Aber wie ist das da auch mit meiner

00:09:56: Mutter gegangen?

00:09:56: Meiner Mutter

00:09:57: ist es... Ich meine sie sind ja völlig verschiedene Welten!

00:09:59: Meine Mutter ist von einer relativ großen Stadt Messina, ein wirklich kleines Dorfamilienter ungesillt und sie hat sich aber immer sehr wohl gefüllt Und das war für mich schon auch prägend diese Fähigkeit fügen und sich einbetten zu lassen in eine Gemeinschaft, die eigentlich komplett anders dickte als eine Sizilianerin damals dickte.

00:10:28: Und heute wahrscheinlich auch dicken würde.

00:10:30: Ja aber man muss sich glaube ich schon auch in die Zeit zurückversetzen.

00:10:33: Genau.

00:10:33: Man

00:10:33: macht schon einen Unterschied

00:10:34: nochmal.

00:10:34: Das ist ein Unterschied.

00:10:35: das war die Zeit in

00:10:36: den Siebziger-Achtzigern

00:10:38: ja eigentlich schon in den Sechzigerjahren Die Zeit von Schmuckler, also Schmuckelerei.

00:10:45: Ich kann mich noch erinnern.

00:10:46: Da gab es die doofbekannten Schmuggler.

00:10:51: Es war wirklich nur eine Zeit in der ethnischen Konflikte spürbar waren und dort allem habe ich's nie irgendwie vermittelt bekommen.

00:11:00: Also ich hab' die ethnische Konflikte natürlich mitbekommen aber in meiner Erziehung hat's dafür keinen Platz gegeben.

00:11:08: Meine Eltern waren sehr einfach von der Ausbildung.

00:11:11: Aber sie haben immer diese humane Ebene gelebt und die hat mich, glaube ich schon geprägt.

00:11:20: Wenn Sie sagen einfache Ausbildung was haben Sie beruflich gemacht?

00:11:24: Mein Vater war Finanzer.

00:11:26: Er war wahrscheinlich einer der ersten Deutschsprachigen, die zum italienischen Staat wenn man das so aus der Luft sein darf gegangen sind mit allen Anfeindungen natürlich.

00:11:38: Die das Ganze gebracht hat.

00:11:42: aber es waren ökonomische Notwendigkeiten und es war damals ein sicherer Job.

00:11:48: Und meine Mutter war Hausfrau.

00:11:50: sie hat ab und zu gearbeitet im Geschäft oder so Aber grundsätzlich war sie viel zu Hause.

00:11:55: Sie war Hausvater.

00:11:56: Es ist schon interessant, wie Sie selbst angesprochen haben die Zeiten damals.

00:12:01: Heute klingt das so von unserer Perspektive aus ja schon schwierig aber damals war es noch einmal eine andere Qualität an Herausforderungen und Schwierigkeiten.

00:12:12: Und wenn Sie sagen, sie haben das irgendwo nicht so gespürt.

00:12:16: Dann ist das schon Ihren Eltern hoch anzurechnen?

00:12:20: Ja definitiv!

00:12:21: Weil das kann man auch alles thematisieren können oder?

00:12:24: Genau.

00:12:25: Ich schätze mal einfach war er sicherlich nicht so klingt es für Ihre Eltern.

00:12:29: Nein,

00:12:29: das war sicherlich gar nicht.

00:12:32: Damals gab's natürlich auch relativ... viele italienisch-warlige.

00:12:37: Wahrscheinlich mehr als heute?

00:12:38: Die Finanzerkarabinäre,

00:12:39: das war halt für ein Grenzgebiet.

00:12:42: Heute kaum mehr so weit ich weiß aber dennoch also es war eine andere Zeit.

00:12:48: was die Konfliktualität da im Beland... Das ist mit heute nicht annähernd zu vergleichen überhaupt

00:12:55: nicht.

00:12:55: Da stellt man sich natürlich dann noch einmal mehr die Frage wie sie zu dem Link hingekommen sind.

00:13:00: Ich glaube Das ist eine Frage, die ich mir auch immer wieder gestellt habe.

00:13:06: Warum?

00:13:07: Wenn man so nicht weiß voran denkt, dann denke ich mal wieso bin ich irgendwie zu den Linken gekommen.

00:13:12: Haben Sie

00:13:13: eine Antwort gefunden?

00:13:14: Ich glaube eine Antwort.

00:13:16: Ich glaube einmal diese familiäre Konstellation also... Die Linken waren damals wie auch heute eher dem Sprachübergreifenden gegenüber offen.

00:13:29: und dann glaube ich hat meine ältere Schwester, sie ist fünf Jahre älter hat mich schon geprägt.

00:13:36: Sie war ältern, sie ging jetzt muss ich errechnen in den siebziger Jahren zur Oberschule.

00:13:43: das waren die Zeiten die in Italien natürlich neunzehne und siebzig das ist so ein mythisches Ja wo wo die Studenten auf die Straßen gegangen sind leider auch mit Gewalt exzessen alles was dann an Folgen zu verspüren war.

00:13:58: damals und sie hat mich durch, ich glaube vor allem ihre Lekturen geprägt.

00:14:04: Sie hat eigentlich Böll gelesen.

00:14:06: Ich glaube auch Kafka war dabei.

00:14:08: Und

00:14:09: dann sieht man... Da haben sie auch mal reingelesen?

00:14:12: Da

00:14:12: habe ich damals schon reingelesen.

00:14:14: also Kafka verfolgt mich grundsätzlich Und da habe ich eine erste Ernährung erfahren, also an diesem kritischen Denken und diesen sozialkritischem Denken.

00:14:26: Das war auch die Zeit in der die Fidensbewegungen standen ist.

00:14:31: Meine Schwester war irgendwie involviert als Oberschülerin.

00:14:34: dann hat mein Flyer zu Hause Aufliegen gesehen und das hat mich glaube ich schon sehr geprägt und ich hab mit dir ein sehr schönes Verhältnis immer gehabt bis heute Und wir haben uns viel ausgetauscht und ich glaube, ich muss ihr ganz viel verdanken.

00:14:50: Was an so kritischen Blick erbelangt.

00:14:53: Aber die Schwester ist aber politisch aktiv?

00:14:56: Nein!

00:14:57: Sie

00:14:57: waren nie politisch aktiv.

00:14:59: War für sie das dann sehr bald schon klar, dass sie da politisch irgendwie Blut geleckt haben quasi?

00:15:06: Ja,

00:15:06: ja,

00:15:07: irgendwie schon.

00:15:08: Vielleicht auch weil ich diese irgendwie eingebildet habe ... Wie vorhin gesagt, ich gehörte nicht wirklich zur deutschen Sprachgruppe als Kind und auch nicht wirklich zu italienischen Sprachguppen.

00:15:20: Ich war so ein Mischwesen wie viele andere übrigens.

00:15:25: Und dann gibt es zwei Optionen man geht in eine Identitätskrise oder man findet eine neue.

00:15:30: und für mich war die Neue eben...ich habe immer verspürt diese Linken.

00:15:35: Auch Medien, ich kann mich erinnern es gab die Alternative das war die deutschsprachige Zeitschifter KB damals.

00:15:42: Die war sehr interessant auch von der Grafik her.

00:15:44: also das spielt ja natürlich für junge Menschen immer wieder eine Rolle.

00:15:48: Die hat mich schon irgendwie fasziniert auch von den Thematiken her.

00:15:53: internationale Themen und auch dieser Versuch des Zusammenlebens, die Friedensthemen.

00:16:00: Die Entmilitarisierung uns...die Entschärfung vom Konflikten.

00:16:05: Da habe ich mich halt wiedergefunden.

00:16:07: In dem Sinne quasi Südholia war ein guter Nährboden wenn ich das mal so sagen kann weil das Land passiert als Gegenteil ist so.

00:16:14: also da kann man sich dann entweder hinein begeben oder eben dann frisch, total das Gegenteil und irgendwie da die Frischluft schnuppern auf anderer Seite in diesem verkrusteten verstaubten Tiroler Umfeld.

00:16:32: Das war der Ruhmus sozusagen.

00:16:35: Aber was?

00:16:36: Und ich finde es schön, wie Sie davor gesagt haben... Sie haben sich das selbst immer gefragt, wieso bin ich da und wie bei den Linken jedes Mal wenn man eine Sin-Krise hat.

00:16:43: Vielleicht bin ich hier gelandet?

00:16:46: Was bedeutet aber heute für sie noch links sein?

00:16:49: Hat sich das irgendwie gewandelt für sie?

00:16:52: Ja natürlich!

00:16:54: Ich denke wir alle machen Entwicklungen durch, ändern uns sehr in die Dinge anders und es ist ein Unterschied ob man achtzehn ist oder eben siebenundfünfzig wie heute.

00:17:04: Für mich gilt immer noch das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit Und ich denke, dieses Prinzip ist in der linken Idee verankert.

00:17:14: Also ohne soziale Gerechtigkeit gäbe es keine... also kann ich mir keine linke Weltanschauung vorstellen?

00:17:21: Das ist geblieben!

00:17:22: Was sich gewandelt hat, ist natürlich der politische Ansatz.

00:17:26: Ich bin schon lange nicht mehr Mitglied bei den Fundationen Kommunista, ich bin Mitglied bei Sinister Italiana auch wenn ich keine aktive Politik mache in dem Sinne weil doch da soll ich sagen bei die Fundation habe ich eher so einen dogmatischen Ansatz vorgefunden zunehmend und der widerspricht meiner Natur.

00:17:45: Ich möchte kein Dogmatiker sein, ich möchte ein Mensch ein der miteinander im Haustausch tritt gegensätzlicher Meinung.

00:17:54: Ich finde das immer faszinierend und das macht eigentlich den demokratischen Humus aus.

00:17:59: Also mehr Kompromiss als klarer?

00:18:00: Und deshalb

00:18:01: Kompromis, genau!

00:18:03: Und ich glaube dass das ist was heute linke Politik schon suchen muss also Kompromißfähigkeit.

00:18:11: Ich hoffe dass auch gelingt anlässlich der Bevorständen im nächsten Parlamentswahlen und dass man auch zuweilen auf bestimmte politische Inhalte verzichten kann, natürlich ohne sich deshalb die eigene Prinzipien zu verhalten.

00:18:27: Das ginge niemals.

00:18:28: aber eben diese Kompromissfähigkeit muss gegeben sein in der linken Ideologie, in der Linken Politik und das hat Das hat sich sicherlich gemacht.

00:18:39: Ja, da tut sich die Linke ein bisschen schwer mit Kompromissen.

00:18:42: Also je weiter man nach links

00:18:43: kommt...

00:18:44: ...aber es ist vielleicht auf beiden Rändern wahrscheinlich nicht nur wahrscheinlich sondern leider gegen die Schwerdkompromisse.

00:18:51: Deswegen isst man vielleicht auch am Rand weil man irgendwie diese klaren Positionen nicht aufgeben will oder diese Prinzipien...

00:18:58: Ja wobei es oft um Prinzipien geht.

00:19:01: ich denke die klare Position macht Sinn also klinge

00:19:06: Das sind

00:19:07: keine Lösungen.

00:19:08: Genau!

00:19:09: Und bei Dogmen, das ist das Problem und ich denke, ich bin auch gegen jede Form von Krieg und da würde ja auch keinen Kompromiss eingehen.

00:19:17: Ja oder nein?

00:19:18: Das ist ein eindeutiges Nein und die Diplomatie muss Vorrang haben dass schon.

00:19:24: aber sonst wenn es darum geht der überposternal politische Entscheidungen oder eben vielleicht nicht so zentrale Demen zu diskutieren, da muss man

00:19:33: einfach kompromissbereit sein.

00:19:34: Sie haben davor das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit angesprochen.

00:19:38: Natürlich ist es ein Wort, dass ihr mittlerweile in alle Parteien auf und ab dekliniert.

00:19:43: ohne zu wissen oder das irgendwie mit Leben zu füllen sage ich jetzt mal gerade in Zeiten wie diesen wo... Ich meine Südtirol.

00:19:51: wir haben jetzt fast zehn Milliarden Landeshaushalt.

00:19:54: Also man kann eigentlich schon sagen, wir sind ein wohlhabendes Land und trotzdem stimmt irgendwas nicht mehr.

00:19:59: Was bedeutet da aber dann diese soziale Gerechtigkeit?

00:20:03: Was würde auch eine Linke in der Regierung... wie würde die mit dieser sozialen Gerechtigkeit umgehen?

00:20:10: oder was würden sie umsetzen?

00:20:12: Wie wird das Südhol auch aussehen wenn zum Beispiel die Linke mit ihrem Prinzip, dass ihr in ihrer DNA hat, das Sozialengerechtigkeit, wie würde das Südtol daraus sehen?

00:20:23: Ich glaube, grundsätzlich zunächst einmal in der Kommunikation.

00:20:28: Also soziale Gerechtigkeit ist absolut oder gar nicht!

00:20:33: Wie Sie sagten – alle sprechen von sozialer Gerechtigkeits-, aber die muss alle Menschen betreffen und treffen, die in einem Land leben, egal woher sie kommen.

00:20:44: Und das sind wir schon bei einem Scheideweg wahrscheinlich.

00:20:48: Und ich glaube, soziale Gerächtigkeit ist deshalb wichtig weil stabile Gesellschaften garantiert, weil sie inklusiv ist und weil sie jeden Menschen der in einem Land lebt das Gefühl vermitteln sollte dazu zu gehören mit all seinen oder ihren Eigenheiten und kulturellen unterschiedlichen.

00:21:12: Aber man ist Teil einer Gesellschaft.

00:21:14: Und was sich ändern würde ich glaube eben zunächst einmal dass, dass man nach außen hin sagt wir sind alle gleich.

00:21:21: grundsätzlich Ich persönlich komme ja aus dem Schulbereich, aus dem Bildungswesen und ich glaube dass hier die Schule eine zentrale Rolle spielt.

00:21:32: Und wir haben das Glück ein Schulsystem zu haben, das wirklich vollkommen inklusiv ist!

00:21:40: Ich habe ja bisschen diese Polemiken auch erleben dürfen...

00:21:44: Sprachpolemik?

00:21:44: ...über die Sprachpolemik

00:21:46: usw.. Und ich hab das immer so wirklich traurig empfunden, dass man parteipolitische billigste Interessen über die Köpfe von Kindern ausspielt.

00:21:58: Das habe ich wirklich schäbig und trauriger empfundet.

00:22:01: Da glaube ich setzt linke Politik an.

00:22:04: wir müssen ganz konkret allen Menschen dieses Landes die gleichen Chancen bieten wie schwierig auch das sein mag.

00:22:11: aber der Anspruch muss der sein.

00:22:13: Und er beginnt dadurch damit, dass ich mich irgendwie ärgere.

00:22:20: Weil viele nicht deutschsprachig Kinder in einer Klasse sitzen sondern ich würde dann überlegen wie kann man das Thema angehen?

00:22:29: Nicht einmal das Problem weil kein Mensch stellt ein Problem dar und schon gar kein Kind.

00:22:36: Insofern glaube ich, da würde man linke Politik schon spüren.

00:22:39: Und

00:22:39: wie könnte oder wie würde die Linke das angehen?

00:22:41: Also das ist glaube ein gutes Beispiel und ein grundsätzliches Beispiel wo dann aufbaut ja viel passiert dann bei den Kindern anfangen.

00:22:49: Ja

00:22:49: natürlich ein kurzfristige Lösungen wären hier schwierig aber grundsächlich glaube ich muss man in der Lehrer-und-Lehrerin eine Ausbildung ansetzen.

00:22:57: Klassen sind komplexe und wenn wir von Komplexität von Klassen oder Schulen sprechen dann denken wir automatisch wahrscheinlich so immer an Kinder mit Hintergrund, aber das ist ja nicht alleine.

00:23:08: Natürlich ist es eine Herausforderung natürlich, aber wir haben auch zum Glück durchmischte inter ethnische Konstellationen.

00:23:16: Wir haben Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen.

00:23:21: Wir haben Kindern mit Auffälligkeiten.

00:23:24: Vielleicht auch begabte Kinder die sich nicht wirklich ein Betten lassen.

00:23:29: so leicht also sind eine Reihe von Situationen mit denen Schule per Definitionen zu tun hat.

00:23:37: Und da müssen wir einfach, ich glaube diese Grundhaltung ändern.

00:23:41: es ist so und wir suchen nach Lösungen im Rahmen des möglichen und die Lösungen sind schon zu finden.

00:23:48: natürlich geht's immer auch darum wie man schon organisiert.

00:23:52: Ich glaube Es geht über das Gespräch ganz viel über die Involvierung von Eltern Über die Kollektive Planung von Lösungen?

00:24:02: Weil ich sage, die Lösungen sind schon zu finden und eine wäre könnte sein die Ausbildung bei den Lehrpersonen.

00:24:10: Es wird in diesen Jahren ja so viel diskutiert über Bildungssysteme, über Ausbildung, über Löhne, Leerpersonen usw.

00:24:18: Schwierigkeit aber ist da nicht das System als solches.

00:24:22: also leere Ausbildung ist auch Teil des Systems.

00:24:25: wo ich mich oft frage ist dass Das System klingt immer so brutal, in mir fällt jetzt auch kein anderes Wort an.

00:24:30: Es ist ein Schulwelt, so wie es ja aufgebaut wird.

00:24:33: Aber insgesamt passt die Schulwelt nicht mehr in dieses XXI.

00:24:41: Jahrhundert.

00:24:42: Das hat dann natürlich was mit Ausbildung von Lehrpersonen zu tun aber so, wie das alles aufgebaut ist.

00:24:47: Der Hakt ist auch an so vielen Stellen wo ich mir immer die Grundsatzfrage stelle muss Schule neu gedacht werden?

00:24:57: Aber vielleicht wissen Sie, was ich meine.

00:25:00: Ja, ich glaube Schule wird niemals zu Händen gedacht werden können.

00:25:05: Ich glaube natürlich.

00:25:06: Also Schule ist in einem permanenten Wandel und es ist ja auch natürlich in der Natur das sage ich, dass die Schule immer den gesellschaftlichen Veränderungen etwas hinterherlaufen muss.

00:25:19: Sie sagen, es ist ein System.

00:25:20: Ein System ist komplex und zu halt auch schwerfällig und träge.

00:25:26: Und ab und zu ist das auch gut, weil man dann längere Zeiten zum Planen und zum Reflektieren hat.

00:25:34: Ich denke grundsätzlich so.

00:25:35: der Grundgedanke dass Schule inklusiv ist und dass Schule auch viele Möglichkeiten hat, sich an gesellschaftliche Veränderungen anzupassen, ist gegeben.

00:25:47: Ich glaube auch das italienische Schulsystem – wir haben in Süddeutschland natürlich das italianische Schul-Systeme.

00:25:54: Wir haben fast drei Schulsysteme!

00:25:57: Das ist noch zusätzlich verkompliziert die Sache etwas.

00:26:00: aber grundsätzlich sind ja die Rahmenbedingungen staatlicher Natur Und die Schule war immer schon in Italien, auch eine italienische Schule so müsste ich sagen.

00:26:13: War immer schon ein Studienobjekt.

00:26:15: das mag jetzt so eigenhaltig klingen aber in den siebziger Jahren zum Beispiel die Grundschule, die war ja avant-garde damals.

00:26:24: Warum?

00:26:25: Ja weil sie diesen inklusiven Charakter hatte vor allem, weil sie neue Unterrichtsformen einführte also gutenteiliges Unterrichten und so Wenn man so ein Bild die historischen Wurzeln analysiert, dann ändert sich vielleicht auch der Blick auf das italienische Schulsystem.

00:26:46: Und wenn ich denke, die Schulen sind ja seit doch einigen Jahrzehnten jetzt autonom... sind autonome Körperschaften, die ja viele Freiräume haben.

00:26:55: Und ich muss etwas schwunzeln wenn ich dann immer höre wir müssen aus diesen starren Strukturen heraus, die wirklich nicht so stark

00:27:01: sind.

00:27:02: Das hat jede Schule selbst in der

00:27:03: Hand?

00:27:04: Das hat jeder Schule selbst im Hand oder vieles selbst in den Hand genau.

00:27:08: und dann würde ich schon sagen die Schulen leben von den Akteurinnen und Akteuren, die im Gebäude arbeiten Und deshalb ist in meinen Augen auch die Lehrperson, natürlich auch der Schulführungsschaft und alle Menschen, die an Schulen und In-Schulen arbeiten sind ausschlaggebend.

00:27:28: Ich glaube es geht eher um Grundhaltungen.

00:27:32: Das sind wir bei der Ausbildung.

00:27:36: Ich bin ein Verfechter eines deontologischen Zuganges.

00:27:40: Also ich glaube, so wie in anderen Berufskategorien müssen auch in der Schule deontологische Prinzipien verbindlich gelten und einforderbar

00:27:50: sein.

00:27:51: Können Sie ein paar konkrete Beispiele machen?

00:27:52: Ja

00:27:53: zum Beispiel der weitschätzende Umgang mit Kindern Jugendlichen die Akzeptanz das Klassenpunkt sind weil die Gesellschaft es ist Auch die Tatsache dass man Kommunikation pflegen muss mit Eltern, mit den Kindern Jugendlichen untereinander und so weiter.

00:28:12: Ich glaube es gibt einige grundlegende

00:28:15: Prinzipien

00:28:16: eine Basis genau auf die das alles aufbaut.

00:28:19: Eigentlich sind das ja Dinge diese hier ansprechen wo man annehmen würde.

00:28:24: Die gehören doch dazu.

00:28:27: Die kann man gar nicht wegdenken aber anscheinend ist dem nicht so.

00:28:31: Also es würde zumindest gut.

00:28:33: und in der Ausbildung, wenn man einfach hat die Anthologie wo man das ein bisschen nochmal manifestiert vielleicht.

00:28:39: Genau ich glaube dass wäre schon ein wichtiges Element.

00:28:42: dann möchte ich schon auf den Zufügen die meist also keine wunderbare Lehrpersonen die

00:28:48: umgeschirrt

00:28:49: sind.

00:28:50: aber grundsätzlich wenn wir jetzt von System Schule sprechen dann würde ich schon meinen, dass man so eine deontologische Basis auch eine ethische Basiss haben muss.

00:29:03: Und es kommt sehr auf die Haltung drauf an – die Haltung der Lehrperson und wie sie da hineingeht und mit Kindern arbeitet.

00:29:10: Dann hat man diese Autonomie, die einem viele Freiräume lässt wenn man sie will.

00:29:17: Das finde ich spannend in der Schule.

00:29:21: Da kommt ja alles zusammen alle gesellschaftlichen Schichten und das ist ja das tolle.

00:29:25: Alle Probleme dieser Gesellschaft im Brennglas, vielleicht hinkt der Vergleich aber in der Politik ist es manchmal auch so.

00:29:34: Die gewählten Vertreter im Gemeinderat sagt man auch Spiegelbildergesellschaft zu wie man das gewählt wird.

00:29:40: Haben sie – weil sie beide Welten kennen – haben Sie aber in den Schulen von Ihren Schülerinnen etwas gelernt, das ihnen aber in den ganzen Jahren in der Politik nicht so gelehrt wurde oder sie nicht gelernt haben und sagen ja da sind die Schüler dann doch um einiges voraus zu erwachsenen.

00:30:00: Ja ich glaube immer viel, also ich versuche es zumindest von Jugendlichen kann man tatsächlich viel lernen zum Beispiel auch die Dinge ganz klar zu benennen ohne Umschweifungen und so.

00:30:14: Kein Flusskind!

00:30:16: Also, die Dinge einfach beim Namen zu nennen und auch mal einen Gedanken zu formulieren, wie er einfach rauskommt.

00:30:22: Diese Ehrlichkeit, die ich bei vielen, vielen Jugendlichen verspüre, sagen es einfach gerade aus, wie man das so sagt bei uns.

00:30:31: Das ist vielleicht in der Politik nicht immer so...

00:30:35: Wir sprechen ja in diesem Format immer darüber, was die Politiker so tun und aber was die Politik mit Politikerinnen macht.

00:30:42: Haben Sie das bei sich selbst erlebt?

00:30:44: Weil wir bei der Sprache oder bei der Kommunikation sind, dass man da irgendwie anders anfängt zu sprechen?

00:30:51: Ja natürlich!

00:30:52: Man ist in einem institutionellen Kontext.

00:30:56: und auch wenn nicht alle pflegen, aber man sollte diese Bedingungen auch immer mitdenken, wenn man in einem institutionellen Kontext spricht.

00:31:08: Man wählt eine andere Sprache.

00:31:10: Dass man nicht Dialekt tritt und dass man sich wie ein Zombreist...

00:31:12: Zum Beispiel, dass man

00:31:14: nicht der

00:31:14: Dialekt spricht.

00:31:16: Also das man zum Beispiel das einhält was man von anderen auch verlangt nämlich die Kompetenzen der deutschen Sprache.

00:31:26: Und wenn ich höre, dass mein Kindern Wieder das Thema von vorhin kurz aufzugreifen.

00:31:33: Von Kindern oder deren Eltern, die vom anderen Ländern kommen, verlangt dass sie deutsche Sprachkenntnisse haben sollten aber ich dann überlege, dass auch im Landtag heute Abgeordnete sitzen, die nicht wirklich der deutschen Sprache mächtig sind Dann scheint mir das schon wirklich auch irgendwo lächerlich zu sein.

00:31:55: dieses ganze und ein Widerspruch natürlich.

00:31:58: Das ist auch ein Respekt gegenüber der Institution, in der man sitzt, in die man hineinkommandiert wurde von den Wählerinnen und Wählern eine möglichst gepflegte und respektvolle Sprache zu verwenden.

00:32:14: Auch wenn man natürlich zuweilen in ganz harte Diskussionen verfangen ist – auch wenn es polemisch zugeht das muss ja sein!

00:32:24: Das ging ja nicht anders.

00:32:26: aber Das darf natürlich nicht ausschließen, dass man respektvoll miteinander umgeht.

00:32:34: Und weil wir davor von Floskeln gesprochen haben merkt man dabei sich selbst das man auch

00:32:39: an.

00:32:40: also beginnt mit so floskelhafter Sprache so drum herum zu reden irgendwie Und man sich dabei adapt, das wollte ich eigentlich nie.

00:32:48: Aber irgendwie verfällt man automatisch hinein?

00:32:51: Mit Sicherheit.

00:32:52: Also mit Sicherheit fällt man so in gewisse Sprachmode hinein.

00:32:56: Das ist glaube ich auch schwierig zu vermeiden aber grundsätzlich... also ich persönlich habe immer versucht, inhaltlich klarzusein.

00:33:03: Ich denke, ich bin auch selbst immer wieder im Floskeln abgedrefft.

00:33:08: Das

00:33:09: kann

00:33:09: ich gar nicht ausschließen.

00:33:10: Aber grundsächlich meine Haltung war eben klar zu... Äußern, was ich denke auch unter Umständen wie gesagt.

00:33:16: Auch hart aber immer in einem angemessenen

00:33:20: Ton

00:33:20: aus Respekt der Institution und den Kollegen-Kolleginnen in einer Institution.

00:33:24: Sie haben das ja seit sechzehn Jahren ausgehalten in dieser Institution.

00:33:30: Gemeinderat Meran ist sicher nicht ohne weil da kommt ja auch sehr vieles zusammen an unterschiedlichen Menschen, unterschiedliche Parteien, unterschiedlich Hintergründe.

00:33:39: Hat er Spuren hinterlassen bei Ihnen diese sechszehn Jahre?

00:33:43: Ja, definitiv.

00:33:44: Das waren... Also ja, die ich nicht missen möchte.

00:33:46: Sie waren gerne Gemeinderat?

00:33:48: Jetzt zur Zeit nein!

00:33:50: Aber sie waren?

00:33:50: Ich war

00:33:51: gerne.

00:33:52: Sonst hätte ich es nicht gemacht.

00:33:54: Die sechzehn Jahre haben mich geprägt ganz sicher einmal im... Ich habe wirklich viele, viele Menschen kennengelernt da ich dann für eine Partei drin saßt, die auch nationale Relevanz hat.

00:34:07: zuletzt, das ist der Italiener.

00:34:09: Da habe ich auch die Gelegenheit gehabt auf nationaler Ebene Menschen kennenzulernen, die wirklich sehr interessant faszinierende Persönlichkeiten sind und mit denen man noch in Kontakt ist.

00:34:20: Jetzt habe ich wirklich gelernt dass Politik von ihnen gesehen vollkommen anders ist als was nach außen hin empfunden wird oder von außen empfundet wird.

00:34:32: also da sind Menschen Männer und Frauen, die was den Gemeinden hat, dann belangt ihre Freizeit investieren.

00:34:38: Man bekommt zwar ein Sitzungsgeld.

00:34:40: aber das ist wirklich eine symbolische Vergütung.

00:34:43: quasi darum geht es nicht.

00:34:45: deshalb kandidieren die Menschen in der Regel und man lernt auch diese menschliche Seite mitzudenken wenn man eben mit Kollegen und Kollegen in anderen Fraktionen oder Parteien spricht Und auch wie vorhin gesagt bei unterschiedlicher Meinung über viele, viele Themen.

00:35:04: Aber das hindert dann nicht, dass man danach miteinander ganz normal spricht.

00:35:09: Was ist anders?

00:35:11: Weil man drinnen ist und beobachtet diese politische Welt... Wie haben Sie erlebt, wenn Bürgerinnen da drauf schauen, unterschätzen sie das, überschätzen sich das?

00:35:23: Was würden sie Leuten sagen, läuft eigentlich so und so?

00:35:27: Also du siehst zwar jetzt das nach außen hin, aber eigentlich ist es ganz anders für uns die da drinnen irgendwie in der Freizeit mitmischen.

00:35:35: Es sind viele Faktoren die diesen Blick verzerren von außen her.

00:35:40: Also ich glaube ja einmal, die Zeiten sind einfach lange Zeiten oft bis Entscheidungen getroffen werden können.

00:35:46: Oft gar nicht weil man nicht will sondern weil es nicht anders geht.

00:35:49: Es gibt ein Prozeder, egal auf welcher Ebene wir uns bewegen Beschlussanträge oder Vorschläge müssen durch Kommissionen gehen.

00:35:57: Das

00:35:58: ist in verwaltungstechnischen Geschichten.

00:36:00: Dann gibt's Gesetze, die den Rahmen einen Kossett darstellen.

00:36:04: also man muss dann immer wieder Abwendungen vorsehen.

00:36:10: Kompliziert zum Teil.

00:36:11: Zum Teil gibt es auch den politischen Willen etwas nicht voranzubringen, das ist schon klar!

00:36:15: Das ist logisch.

00:36:17: aber grundsätzlich... Es gibt viele Faktoren die Politik komplex machen Und das sieht man nach außen hin oft nicht, eben wie vorhin auch gesagt.

00:36:27: Es muss auch Kompromisse gefunden werden,

00:36:30: v.a.,

00:36:30: wenn die Mehrheitsparteien untereinander irgendwie regieren müssen – sie müssen sich irgendwie finden, sonst geht es nicht.

00:36:38: und das bedeutet Zeit, das bedeutet Diskussion und das ist ja etwas was man Politikerinnen und Politikern immer wieder vorwirft.

00:36:45: also die Reden reden, aber das Reden ist halt Teil von Politik.

00:36:49: Das ist halt so, man mag oder nicht?

00:36:51: Und

00:36:51: ich glaube es ist nochmal ein Unterschied.

00:36:53: Es gibt Reden und Reden.

00:36:55: Ja genau!

00:36:56: Man hat manchmal heute den Eindruck das wird zwar viel geredet, es wird teilweise auch wenig gesagt und wenn geredeht wird kommt alles so schnell auf die persönliche Ebene.

00:37:05: also wirklich auch wenn's im Ansatz sachlich wäre aber dann ist da eine beleidigt der andere hat das falsche gesagt.

00:37:15: Schwierige Sache, dass mit dem reden.

00:37:17: Ja, das sehe ich auch so definitiv an!

00:37:19: Ich glaube es ist grundsätzlich so, es ist eine harte Wanderung.

00:37:22: wenn man Politik macht dann ist man ja exponiert und dessen muss man sich bewusst sein, dass man dann Angriffsflächen bietet Das ist logisch Und die muss man auch aushalten können.

00:37:33: Ich habe es auch persönlich erlebt, also in Gemeinderatssitzungen nicht wirklich in dieser Heftigkeit.

00:37:39: Aber man wird attackiert logischerweise – das gehört dazu und deshalb ist man nicht beleidigt.

00:37:45: Aber was schon bedenklich ist, dass ist das, was man jetzt heute in den sozialen Medien an öffentlichen Diskussen miterleben muss... Und da wird eine Grenze überschritten, die meines Erachtens nicht zu überscheiden ist.

00:38:03: Wenn es wirklich in die persönliche Verletzende, intime Ebene von Menschen geht

00:38:09: und vor allem auch auf teilweise

00:38:12: anonymer Ebene.

00:38:14: Wissen Sie alle?

00:38:15: Das ist kein Geheimnis.

00:38:15: Man glaubt zwar immer anonym, man ist das nicht im Netz auch nicht.

00:38:20: Aber dieser Glaube, man sei anonym der eröffnet dann alle möglichen moralischen Hürden, die man vorher vielleicht gehabt hätte.

00:38:32: Man hat ja früher wahrscheinlich im Gasthaus genauso verletzt und gesprochen.

00:38:36: aber das war ein Gasthouse

00:38:38: in einem

00:38:38: kleinen, genauer Raum

00:38:40: wo man ... oder an der Rata fahren, dass da andere über mich

00:38:43: nicht

00:38:44: gesagt hatte.

00:38:46: Sie können kurz redseln, sie kommen das sicher drauf habe ich mir zwei Zitate herausgeschrieben.

00:38:51: wenn wir jetzt übers Reden sprechen und das ja das Um-und Auf in der Politik wie wir miteinander sprechen in der politik oder mit die politiker miteinander sprechen und über was zu sagen was ist bleibt der revolutionärste dat

00:39:07: zu sagen, was ist bleibt die Revolution?

00:39:10: Ich soll erraten wer das gesagt

00:39:11: hat.

00:39:13: Also

00:39:14: ich habe jetzt so einen mentalen Fläsch.

00:39:17: Ich würde zwischen Che Guevara und Jean-Paul Sartre switchen aber ich glaube weder noch...

00:39:21: Mir liegt immer sehr am Herzen auch Frauen ins Spiel zu prämen.

00:39:24: Ja dann war es der Beauvoir.

00:39:27: Nein zeig ihn noch ein anderes.

00:39:28: von einer selben Dame reden ist unser Privileg.

00:39:31: wenn wir ein Problem haben dass wir nicht durch Reden lösen können dann hat alles keinen Sinn

00:39:37: Luxemburg.

00:39:38: Sehr gut!

00:39:38: Das freut mich jetzt, weil ich liebe die Oster Luxembourg.

00:39:41: und

00:39:41: das Erste

00:39:42: hat mich etwas verwirrt.

00:39:44: Deswegen habe ich mich für Rosa Luxembroke entschieden im Wissen dass sie nicht ganz abgeneigt sind und das erste war auch Rosa Luxeburg und die hat das eigentlich zwei schöne Aussagen gefunden.

00:39:55: Vor allem das Zweite, wenn man nicht mehr etwas durchreden lösen kann dann was bleibt noch?

00:40:01: und ich glaube dass könnte sich auch die Politik von heute oder viele politische Vertreter die in Regierungsverantwortung sind zu Herzen nehmen.

00:40:09: Sie sind jetzt ja einige Jahre schon quasi außerhalter aktiven aber sie sind politischer Mensch sie haben ihre politischen Kontakte.

00:40:16: wie blicken sie denn heute auf dieses politische Geschäft und diese politische Welt?

00:40:23: Ich denke schon, dass wir uns in eine wirklich problematische Zukunft hineinmanövrieren.

00:40:31: Aber was heißt problematisch?

00:40:33: Es ist alles so konfliktbeladen und auch sehr aggressiv.

00:40:38: Und vor allem – das betrifft einen kleinen Teil der politischen Repräsentanten, aber die sind sehr laut!

00:40:47: Vor allem werden Minderheiten attackiert, seit langem schon und es hört nicht auf offensichtlich.

00:40:56: Unter Minderheiten verstehe ich nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund sondern ich denke auch an homosexuelle Menschen, an Menschen die andere Ideen haben, auch an Menschen mit Beeinträchtigung.

00:41:10: wenn ich denke was die AfD für Vorschläge hat wo sie Kinder mit Beeintechnologien

00:41:18: stechen löste

00:41:19: genau also.

00:41:21: Das ist doch bedenklich.

00:41:22: Und wie Sie vorhin sagen, ich habe Geschichte studiert und ich habe diesen historischen Zugang der vielleicht auch einhängend ist aber ich komme nicht dumm herum Vergleiche zu stellen.

00:41:32: Geschichte ist immer vergleichen.

00:41:36: Wenn wir vergleichem was in den zwanzigund dreißiger Jahren passiert ist und wohin wir heute hinsteuern dann ist die Gleichung bald gegeben.

00:41:49: Es scheint dann immer wieder so übertrieben zu sein, dass man sagt, passt auf.

00:41:54: Wir driften ab in eine Richtung, in der wir nicht möchten und dann hört man immer wieder, du übertreibst ein Haar, die klingeln sich ein.

00:42:02: Das waren genau die gleichen Aussagen wie in den zwanzigertreißigen, in Italien sowie in Deutschland.

00:42:10: Das ist bedenklich, dass wir das nicht ernst nehmen, wohin wir steuern.

00:42:14: Aber wo würden Sie denn da?

00:42:16: oder haben sie für sich irgendwo ausgemacht?

00:42:18: Wo das Grunddilemma steckt?

00:42:19: Der rechte Rand wird stärker auch der linke Rand.

00:42:23: also wenn Sie an Deutschland angesprochen haben kann man jetzt nicht überstülpen auf alle Länder aber die Ränder werden grundsätzlich eher stärker und die Mitte die Zafase hat so... das ist zu einem.

00:42:33: man weiß nicht mehr genau.

00:42:34: was ist überhaupt noch Mitte?

00:42:36: Man sieht es an SVP, sie gründet eine soziale Mitte.

00:42:39: Ich meine damit eigentlich den linkeren Flügel.

00:42:42: Es hat ja auch die Mitte in der SWB gegeben, wobei die SWB per se Mitte ist.

00:42:47: Also sie wissen selbst nicht genau und das sind wir nun bei der SWP im kleinen Süddeholt.

00:42:52: Deswegen habe ich zu Beginn auch gefragt was ist heute für Sie links sein oder was bedeutet noch links sein?

00:42:58: Wo ist das Grundelemmer?

00:43:02: Ich denke, es sind die Wertigkeiten verloren, die politischen Visionen.

00:43:08: Wärtigkeiten

00:43:09: heisst schon Grundwerte vertreten?

00:43:13: Es kann die soziale Gerechtigkeit Inklusion sein, es kann Finns-Politik sein.

00:43:20: Es muss die Gleichstellung von Mann und V sein aber nicht nur floskelhaft sondern auch in der politischen Umsetzung.

00:43:26: Das würde doch

00:43:28: jeder unterschreiben?

00:43:29: Genau das ist der Unterschied!

00:43:31: Und wenn ich denke so was die Mitte... Wie definierbar ist die Mitte?

00:43:37: Früher hätte man vielleicht gesagt, ja das sind die katholisch-christlichen Parteien.

00:43:40: Keine Ahnung!

00:43:41: Aber das kann man heute auch nicht sagen.

00:43:43: Das verwischt sich alles eine katholische christliche Partei, die dann für Waffen stimmt oder für Militäreausgaben oder für die Erhöhung der NATO Ausgaben also widersinnige Sachen.

00:43:54: Das ist das Problem.

00:43:55: Also, dass sozusagen diese Worte von der Handlung dann abgekoppelt sind und Sprechen gehören zusammen.

00:44:07: Ich kann nicht etwas sagen und das Gegenteil machen.

00:44:10: Und ich denke auch die Verantwortung einer teilweise nicht funktionierenden Welt, den Linken jetzt in die Schuhe schieben, die ja kaum regieren oder kaum regiert haben oder nicht wirklich beteiligt sind.

00:44:30: Sondern das ist die sogenannte Mitte also die Kriege werden.

00:44:34: Sie sind nicht von der Linken angezettelt oder auch nicht von den Rechten.

00:44:40: in paradoxer Weise treffen sich die zwei Flügel.

00:44:44: Oder dieses Gefälle zwischen Arm und Reich, ein ungerechtes Steuersystem, ein wirklich vollkommen ungerechtem Steuernsystem – das haben Nichtlinke in die Welt gesetzt!

00:44:57: Und dann höre ich eben wirklich diese Floskeln, die Kinder sind unsere Zukunft und so weiter.

00:45:04: Und es wird genau das Gegenteil gemacht.

00:45:07: Das kann nicht gut

00:45:09: gehen!

00:45:10: Ich denke mir manchmal auch, dass muss doch frustrierend sein irgendwo wenn man – wir sind jetzt bei der Linken – diese Grundsätze und worauf es ankommt, die so wunderbar wahrscheinlich perfekt definiert, wie viele andere Parteien das nicht können und die Kernpunkte auch herausarbeiten.

00:45:29: Auf einem rhetorisch guten Niveau im Gegensatz zu vielleicht anderen.

00:45:34: aber sie schafft es trotzdem nicht obwohl die Linken in ihrer DNA genau die Themen hatte uns alle jeden Tag umtreiben und beschäftigen eine große politische Bewegung auszumachen.

00:45:46: warum?

00:45:47: Ich glaube zumindest, was Italien anbelangt.

00:45:51: in Deutschland ist es ja etwas anders wie Sie vorhin sagten.

00:45:55: Aber eben der Unterschied ist, in Deutschland wird ganz klar definiert wo das Problem ist und klare Forderungen gemacht.

00:46:01: Wenn ich an Berlin denke diese Vergesellschaftung von Immobilienunternehmen wie auch man dazu steht ist eine andere Geschichte.

00:46:10: aber das ist eine ganz klare linke Position.

00:46:13: die wurde per Volksentscheid auch bestätigt.

00:46:19: Das überfordert dann viele, wenn man eine klare Position

00:46:21: hat.

00:46:21: Genau und das überfordet wieder viele!

00:46:23: Und in Italien glaube ich ist die Kommunikation schwieriger.

00:46:28: also es wird schlecht kommuniziert und unklar kommuniziert.

00:46:33: Und ich glaube, die Werte, die ich vorhin nannte, die müssten einfach ganz klar definiert sein und ganz klar kommuniziert sein.

00:46:40: Und die müssen auch eingefordert werden können.

00:46:43: Kriegen die

00:46:44: der wienischen

00:46:44: Linken

00:46:46: das hin?

00:46:46: Das ist natürlich eine Millionenfrage!

00:46:51: Ich würde es hoffen... Ich bin aber eher skeptisch ehrlich gesagt, aber ich würde's hoffen.

00:46:56: Aber darauf wetten würden sie nicht?

00:46:57: Nein, darauf wenden würde ich nicht.

00:47:01: Aber ich finde, weil sie angesprochen haben und das ist spannend zu beobachten.

00:47:06: Die Linke in Deutschland, wobei man da ja auch wieder unterscheidet, muss zwischen die Linke deutschlandweit im Bund und wie jetzt in Berlin.

00:47:13: Wo da eine interessante Dynamik da jetzt reinkommt – Sie sind noch nicht bei den Koalitionsgesprächen aber der Linke, die Wahlgewinnerin ist.

00:47:22: Und da ist natürlich über Monate schon ... Problem mit Antisemitismus in den eigenen Reihen.

00:47:29: Und wie steht man zum Staat Israel?

00:47:32: Da es Exponenten gibt, sie es erschweren für die anderen Parteien da eine Koalitionsgespräche hineinzugehen – wir erleben Sie das!

00:47:42: Die CDU spielt das jetzt natürlich aus.

00:47:45: Wir haben zwar das AfD-Problem, aber ihr habt ja das Linkenproblem.

00:47:48: Das ist sehr eigenartig was da jetzt so passiert.

00:47:52: Dieses gegeneinander Ausspiel und die Linken sind eigentlich die Bösen und da sind ja fast alles an diese Mieten jetzt plötzlich.

00:47:58: Und die AfD sind sowieso... Wie ist Ihr Blick drauf?

00:48:01: Nein ich verfolge natürlich auch soweit ich kann die deutsche Politik und dieses Thema habe ich auch verfolgt.

00:48:10: Das ist sehr heuchlerisch, was hier passiert bezüglich des Antisemitismusvorwurfs gegenüber der Linken.

00:48:18: Warum heuchlarisch?

00:48:19: Weil es klar ist das Exponent... Es mag auch Einzelne geben die vielleicht wirklich antisemitische Position.

00:48:27: Das weiß ich nicht aber soweit ich das verfolge es geht um eine Kritik an einen Staat den Genozid verübt.

00:48:35: und wenn man das als Antisemitism bezeichnet dann sind wir am Ende jeder Diskussion angelangt.

00:48:42: Und schon die Tatsache, dass man diskutieren muss ob es ein Genozid ist oder nicht – das haben nicht wir zu entscheiden!

00:48:48: Das hat ein internationales Gericht entschieden und es gibt Haftbefehle.

00:48:54: Wenn wir das alles beginnen in Frage zu stellen, dann zerstören wir ein demokratisches Prinzip, dass die Unabhängigkeit eines Gerichts ganz stark definiert und einfordern muss.

00:49:09: Es geht hier nicht um Antisemitismus, es geht hier wirklich um parteipolitische Hackeleien – das ist so ein moralisches Damokleschwert!

00:49:20: Ich denke wenn wir die Regierung sind, es wird nicht einmal um den Staat sondern die Regierung ist als nicht kritisieren dürfen dann Wie gesagt, dann wüsste ich nicht mehr was kritisierbar ist oder ob wir ein Recht auf Kritik

00:49:36: haben.

00:49:36: Eigentlich haben die Linken sehen wir auch im Papier unterschrieben wo sie sich eben distantieren und sagen ja wir schützen jüdisches Leben usw.

00:49:43: und so fort dass den anderen jetzt immer noch zu wenig ist wenn ich das so richtig verfolgt habe.

00:49:48: also Sie würden schon sagen es sehr viel parteipolitisches Kalkül weil man die linken irgendwie dranlassen will ans Regierung?

00:49:56: Ja,

00:49:57: offensichtlich.

00:49:58: Ich erinnere daran, dass ich glaube, dass hundertfünfzig jüdische intellektuelle Berlins ein Papier unterzeichnet haben indem sie so quasi die öffentlich eine Regierungsbeteiligung der Linken einfordern.

00:50:13: und ich glaube die linke Geschichte zeigt auch dass Minderheiten, Schutz und dazu gehören die jüdischen Bürgerinnen und Bürgern überall auf der Welt einen großen Stellenwert haben.

00:50:27: Die müssen geschützt werden.

00:50:30: Sonst hätten wir wiederum nicht aus der Geschichte gelernt.

00:50:32: das ist ganz klar.

00:50:33: aber dass man einen Staat oder eine Regierung nicht kritisieren darf da habe ich wirklich meine Probleme.

00:50:43: mich hatte die Gelegenheit vor doch jetzt vielen Jahren in eine Palästina-Reise machen zu können.

00:50:51: Und ich war im Flüchtlingslager und ich war in Frauenkooperativen, und ich habe wirklich diese sogenannte Westbank bereisen können und hatte viele, viele Gespräche und hab auch gesehen wie viel ... Auch die Grosster Wille ist von großen Teilen da der palästinensisch-arabischen Gesellschaft und der israelischen Gesellschaft ist ein friedliches Zusammenleben zu haben.

00:51:22: Die Menschen sind ja alle müde, alle!

00:51:24: Und da fehlt mir eben in diesem Kontext einfach diese auch von europäischer Seite, diese Forderung nach Gespräch, nach einem wirklich Kompromiss wiederum damit dieses Land die diese Menschen endlich mal ihr Recht auf ein friedliches Zusammenleben haben können.

00:51:45: Und da helfen keine Antisemitismusvorwürfe, die nicht berechtigt sind.

00:51:50: Andererseits wenn dann in AfD-Kreisen antisemitische Äußerungen getätigt werden oder auch in italienischen rechten Kreisen, da höre ich keinen großen medialen Aufschei.

00:52:02: Das heißt sie würden es schade finden, wenn da jetzt in Berlin diese Chance nicht genutzt werden könnte von den Linken?

00:52:10: Definitiv.

00:52:10: Mit

00:52:11: dem Moment sieht es ja sehr

00:52:14: schwierig aus und da sind eben Parteien wie die SPD, wahrscheinlich auch die Grünen, die wieder umher Richtung Mitte schauen.

00:52:23: Und ich verstehe wirklich nicht diese historische Chance...

00:52:28: Aber wo sieht man genau?

00:52:31: Das Problem auch, wenn die Linken da jetzt sind im ganzen Umgang der Linken oder Verständnis von Sicherheit und Polizeikräften.

00:52:39: Verwassungsschutz ist das auch ein Punkt?

00:52:41: Ich glaube es hat auch mit Kommunikation zu tun.

00:52:44: also die Linke wird immer so gleichgestellt mit ja wir lassen alle rein und jeder kann tun was er will und so.

00:52:50: das stimmt überhaupt nicht nur ich glaub So jetzt in Klammern gesprungen.

00:52:54: der Verfassungsschutz hat, glaube ich schon mehr mit der AfD zu tun als mit anderen Parteien zur Zeit.

00:53:00: Und ich glaube dass auch linke Parteien und eine ganz klare Vorstellung von Sicherheit haben.

00:53:10: natürlich spielt die Sicherheit eine Rolle.

00:53:12: Jeder Mensch hat das Recht sich sicherzufühlen überall auf der Welt im Idealfall und vor allem da wo bei uns in Europa überall.

00:53:22: Die Frage ist, wie man Sicherheit schafft.

00:53:24: Schafft man die durch Phrasen aller Remigration oder Anfeindungen und so weiter und sofort?

00:53:31: Oder schafft man das indem eine Gesellschaft so strukturiert dass zum Beispiel eine Stadt geöffnet wird auch banal beleuchtet wird Dass man sich wohlfühlt in einem Park, dass man auch die Möglichkeit hat miteinander zu quatschen, sich auszutauschen, indem man auch Möglichkeiten der Begegnung schafft.

00:53:54: Das wird nicht die Lösung sein aber es ist mit Sicherheit die bessere Lösung als dieser Wunsch nach Polizeistart oder Fahrtparikadierung, die auch nicht umsetzbar ist, wenn man möchte.

00:54:08: Auf alle Fälle haben wir gesehen und deswegen finde ich spannend draußen was in Deutschland passiert.

00:54:16: Was man zumindest in Deutschland sieht, es gibt ein Potenzial.

00:54:20: Es geht auch ein Potential für die Linke und alles was links damit ist.

00:54:24: Da sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken.

00:54:28: Wir Linke haben sowieso eine kleine Randerscheinung aber ich glaube das Gefühl und auch die Stimmung da kann man schon etwas drehen

00:54:36: Definitiv.

00:54:38: Das hat die Linke bei den letzten Bundestagswahlen, die mit drei Prozent gegeben war, dann auf acht, neun Prozent gekommen ist in etwa.

00:54:48: und das hat definitiv damit zu tun dass sie auch eine sehr offensive Kommunikation betrieben haben, eine sympathische auch.

00:54:56: ich glaube das spielt schon eine Rolle wie man auch kommuniziert.

00:55:00: einen gewissen Humor sollte man immer auch pflegen können.

00:55:04: Und was sie gemacht haben, sie haben wirklich zumindest auch in Berlin kapillarisch von Haus zu Haus, sind sie gegangen und haben mit Menschen gesprochen.

00:55:14: Das ist alles weggefallen durch die sozialen Medien

00:55:16: usw.,

00:55:18: man muss wieder beginnen mit den Menschen!

00:55:21: zu sprechen.

00:55:22: Früher waren es die Parteizentralen.

00:55:23: Das klingt ja schon brutal, wenn Sie das so sagen!

00:55:25: Das

00:55:25: klingelt eigentlich brutal aber es ist der Fakt oder so...

00:55:28: Solle SVP bei den Leitzeilen sein?

00:55:29: Bei

00:55:29: den Leitszeilen.

00:55:30: Da stimme ich komplett divine, aber es muss ein ehrliches Beideleit

00:55:33: sein.

00:55:34: Ich weiß nicht immer

00:55:36: was heisst genau, ob Beidelei sein wird Genau, also ich würde sagen früher gab es die Parteizentrale oder Parteisitze.

00:55:41: Da ist man zusammengekommen.

00:55:43: das waren zum Teil auch Freizeitclubs im Prinzip wo man Karten gespielt hat, wo der Junge mit dem weniger Jungen, die Frau mit dem Mann, der Verwichser weiter und keine Ahnung mit der Arzt zusammengesessen sind und sich ausgetauscht haben.

00:55:59: da hat man auch diese Empathie auch entwickeln können für den anderen.

00:56:05: Dieses Verständnis für die Probleme anders, das gibt es ja heute nicht mehr.

00:56:09: Parteien sind grundsätzlich fast schon nur mehr virtuell oder sie sind schon in Privatbesitz.

00:56:14: wenn ich jetzt ein Fortschitalier denke da gibts diese Kommunikation nicht mehr.

00:56:20: und die haben's natürlich leichter auf Emotionen zu reagieren und die schaffen es faszinierend.

00:56:29: Die schaffen es, dass eigentlich die Opfer von deren Politik sie wählen mit Überzeugung und das ist interessant.

00:56:38: also Sie machen eine Politik wenn ich wieder ein Steuerpolitik oder sonst andere Beispiel könnte man auch anführen für die Reichen aber gewählt werden sie auch von vielen, vielen Menschen die dem unteren Bereich der Gesellschaft angehören.

00:56:54: Das kann man quer durch beobachten wo ich immer wieder staune wenn man diese deutsche Medien konsumiert und Geschichten liest über Menschen die eigentlich aus dem Arbeitermilieu kommen die klassische SPD-Wähler vielleicht auch Linke Wähler die wählen jetzt AfD.

00:57:11: Ich glaube nicht dass die in ihrem Grundkern geändert haben von ihrer Einstellung Aber irgendetwas ist da verdammt auf eine andere falsche Bahn gekommen.

00:57:23: Und das sind wir beim Grunddilammer, wo ich sie vorher angesprochen habe.

00:57:26: Wo liegt die Verantwortung?

00:57:28: einfach auch?

00:57:29: Und das Versäumnis?

00:57:30: Ja, das versäumt sich an der Kommunikation.

00:57:32: Aber

00:57:33: das kann doch nicht technisch.

00:57:34: Wir sind in einer so kommunikativen Welt... Ja

00:57:38: schon!

00:57:38: Aber die Kommunikierung ist ja nicht nur etwas auf Facebook oder Instagram

00:57:43: zu posten

00:57:43: sondern mit den Menschen zu sprechen und zu verstehen wo die Bedürfnisse liegen wie die Leute dicken.

00:57:50: Das glaube ich hat die linke Farbe saumt ganz lange.

00:57:53: Jetzt beginnen sie endlich sozusagen, um zu switchen und sich zu erinnern.

00:57:59: Auch die Italienischen?

00:58:00: Ich kann mich erinnernen so höchstkopflastige Diskussionen und wo jeder

00:58:06: und auch ich ausgestiegen bin, also

00:58:10: genau dieser Elfenbeintumvorwurf.

00:58:12: Und das ist sicher ein großes Versäumnis.

00:58:15: Während die anderen offensichtlich diese Bedürfnisse bedienen, die jeder Mensch hat, bedürfen

00:58:20: sie nach

00:58:21: Sicherheit.

00:58:22: Nach Identität.

00:58:24: Also die schaffen Identitäten und dann schaffen Sie es eben, dass der Arme gegenüber dem Nochärmern sozusagen vorgeht...

00:58:33: Nur welche Identität?

00:58:35: Das weiß

00:58:36: man dann zwar selbst nicht vielleicht längerfristig an.

00:58:38: Auch schau mal, Sie kommen in die Schlussrunde.

00:58:40: Oh je!

00:58:41: Ja.

00:58:41: Und Sie dürfen einen Satz vervollständigen

00:58:44: Okay.

00:58:44: Sie dürfen das muss jetzt nicht schnell gehen, sie können da auch einen zweiten aber jetzt eher kurz und bündig.

00:58:50: da können wir noch ein paar Themen ansprechen die sich sonst zeitlich nicht in aller Länge ausgehen würden.

00:58:57: dieses Buch oder dieser Denker hat mein Weltbild stark geprägt.

00:59:02: Franz Kafka.

00:59:04: Warum darf ich nachfragen?

00:59:06: Ja weil er meine sagen erstens ist der viel Humor voller als man ihn darstellt.

00:59:11: es sind diese traurige depressive.

00:59:13: Er ist wirklich humorvoll.

00:59:15: Es gibt

00:59:16: ganz ein tolles Kochbuch vom Kaffee.

00:59:19: Ja,

00:59:20: ja!

00:59:21: Ist mir auch bekannt.

00:59:23: Haben Sie es?

00:59:24: Ich glaube nein ich habe es nicht zu

00:59:26: Hause.

00:59:27: Aber

00:59:27: ich kenn's... Er hat in meinen Hauen geschafft, die moderne Gesellschaft darzustellen.

00:59:34: Diese Entfremdung auch dieses Gefühl von außen kontrolliert zu sein, ferngesteuert zu sein und das sind wir ja im Prinzip in der jetzigen Diskussion eingeladen.

00:59:44: Wenn man seine Dienstbetrieb unterwegs ist um kaffkeisliche Zustände erleben

00:59:48: kann?

00:59:48: Zum Beispiel!

00:59:51: Schön, Kafka.

00:59:52: Für jeden eine Lektur-Tippbrauch?

00:59:55: Was würden Sie empfehlen?

00:59:56: als erstes vom Kafka?

00:59:57: Von Kafka die Verwandlung.

01:00:00: Ich würde gerne für einen Tag im Leben dieses Politikers oder dieser Politiker einnehmen.

01:00:06: Also das Leben einnehmen, die Rolle einnehmen muss nicht Zytorol sein.

01:00:11: Muss nicht Zytorol sein.

01:00:12: dann ja Enrico Berlinguer wenn auch verstorben sein darf.

01:00:18: Ja da darf auch verstoben sein.

01:00:20: Mit diesem Politiker, mit dieser Politikerin würde ich gerade nicht tauschen wollen.

01:00:26: Mit dem Landeshauptmann

01:00:28: zurzeit?

01:00:28: Echt!

01:00:29: Damit möchte ich jetzt nicht tauschen.

01:00:30: Ich glaube der hat genug Probleme zu lösen und dich nie im Stande wäre zu löschen.

01:00:36: Du hast

01:00:36: so viele Probleme.

01:00:36: Ich bin froh nicht mal im Gemeinderat zu sein oder nicht mal politisch aktiv zu sein.

01:00:41: Ja ich bin frohe im Sinne das es war die richtige Zeitpunkt ist zu lassen.

01:00:46: insofern bin ich froh.

01:00:48: ja

01:00:49: Das größte Problem der SVP zurzeit ist,

01:00:52: dass sie keine Identität

01:00:54: hat.

01:00:55: Genau das sind wir

01:00:56: auch.

01:00:57: Das Schlimmste in der Politik?

01:01:00: Das Schliessend-Politik ist sprachliche Gewalt die schäbige Propaganda gegenüber Minderheiten vor allem, die sich nicht wehren können.

01:01:10: Das Beste an Gemeinderatssitzungen?

01:01:14: Die Sitzung an sich... Entweder eigenartig klingen, aber ich habe die Sitzungen immer genossen.

01:01:20: Die Auseinandersetzungen... Auch wenn meine Beschlussanträge meistens nicht angenommen wurden, ab und zu doch!

01:01:26: Das war natürlich sehr schön, aber auch... Sind sie umgesetzt worden?

01:01:31: Ja,

01:01:32: zum Teil.

01:01:33: Sie haben davor gesagt zwischen Frage Humor.

01:01:36: Also Humor ist doch auch sehr wichtig.

01:01:39: Findet auch statt, also gibt es auch humorvolle Gemeinderatssitzungen?

01:01:42: Ja definitiv.

01:01:43: Dass man miteinander lacht... Ja!

01:01:45: Es gab humorvollen Sitzungen wo man wirklich miteinander gelacht

01:01:49: hat und... Also nicht nur eine driste Angelegenheit... Nein

01:01:52: nein ich weiß nicht wie's heute ist jetzt aber ich... ...es gehört auch dazu dass man lacht auch im politischen Alltag auf jeden Fall.

01:02:01: Eine gute Opposition zeichnet sich aus durch

01:02:05: durch Visionen, die man auch konkret umsetzen kann und die auch einfordert.

01:02:12: Was ich dem Landeshauptmann schon lange sagen wollte?

01:02:15: Ja... Ich würde ihm sagen wieso hat er nicht eine andere Mehrheit damals gesucht?

01:02:23: aber das ist glaube ich jetzt ein Thema.

01:02:26: Das kann man immer wieder aufbringen!

01:02:29: Er ist das gewohnt.

01:02:31: Die größte Herausforderung unserer Zeit

01:02:35: Die soziale Gerechtigkeit definitiv.

01:02:38: Dieses politische Amt würde mich trotz allem doch noch reizen?

01:02:43: Ja, ein Amt das irgendwie vielleicht im Bereich Bildung und Kultur angesiedelt ist.

01:02:47: Das würde mich schon... das stehe ich zu, schon reiten, ja.

01:02:51: Bildungslandesrat.

01:02:54: Ja, Mensch

01:02:55: und Menschen.

01:02:57: Die erste Landeshauptfrau Südtirolz heißt...?

01:03:01: Wenn ich realistisch bin, vielleicht Rosmar Hebama.

01:03:06: Deshalb habe ich vorhin Sie dem Landeshauptmann vorgezogen, weil ich mir eine Landeshauptfrau wünschen würde.

01:03:12: Frau Barmeist du Zukunft-Compagier ist schon

01:03:15: viel wartig!

01:03:15: Ja, ich meine, er ist ein junger Mann.

01:03:19: Ich

01:03:19: wurde gerne eigentlich anders fragen nämlich der nächste Landesh Hauptmann die nächste Landeshauptfrau heißt.

01:03:25: Ich darf jeden Namen

01:03:27: nennen?

01:03:28: Oh je...

01:03:31: Ihrer Wahl.

01:03:31: also Es muss ja nicht der SVP sein.

01:03:34: Nein, nein natürlich!

01:03:35: Ja klar ich... vielleicht die Madeleine Rohrer?

01:03:40: Herr Augschäler es ist viel mit jeden Tag mit jungen Menschen zu tun.

01:03:45: war das irgendwann eigentlich in ihrer beruflichen Laufbahn ein Thema ihre politische Aktivität also hat sie's Gehindert.

01:03:53: war das ein Thema für die Schüler im Lehrerkollegium, auf anderer Ebene.

01:03:58: War es mal an Hindernis oder Linke da?

01:04:01: Nein also ich habe zumindest nicht das Gefühl, logisch wussten alle, dass ich im Gemeinderat saß und für eine linke Partei saß.

01:04:10: aber das hat weder irgendwie... Ich hab's natürlich auch nie irgendwie im Unter- etematisiert und auch bei Kollegen, Kolleginnen nicht.

01:04:20: Übrigens hatte ich auch Kollegen, Kollegen an die im rechten Spektrum angesiedelt sind, weil die immer noch auch Gemeinderätinnen und Reden... Und mit denen hat sich auch ein ganz positives Verhältnis, ich glaube.

01:04:33: Daran sollte es nicht sein.

01:04:35: Die Jugendlichen sind ja viel vernünftig als wir glauben, die lassen sich gar nicht so beeinflussen von

01:04:42: irgendeinem

01:04:43: überhaupt nicht, also überhaupt nicht!

01:04:45: Aber das war nicht wirklich ein Thema.

01:04:47: Was würden Sie den jungen Menschen raten, die zu ihnen kommen und sagen soll ich mich mal getrauten?

01:04:52: Soll ich kandidieren?

01:04:53: Gibt sie einen Tipp bitte?

01:04:56: Würden Sie denen raten ja mach probier oder... Ja definitiv.

01:04:59: Habe ich auch schon gemacht für andere Parteien.

01:05:02: Das ist nicht für meine Erleidung.

01:05:04: Und er hat es ja auch dazu.

01:05:06: Ich habe ihn dann wirklich angeraten das würde immer noch tun tu's probiers.

01:05:10: Jetzt kann mich ja eine Schüler in die Wahl, rechten Parteien, dann tätige.

01:05:15: Er sagt, tu's!

01:05:16: Bring dich ins Spiel?

01:05:17: Bring deine Ideen an – das ist ganz wichtig und ich glaube unsere Aufgabe muss es als erwachsene Menschen sein, junge Menschen zu motivieren ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, ihre Interessen zu folgen und auszuprobieren was sie im Moment möchten.

01:05:34: Sie brauchen diese Unterstützung Dann werden sie vielleicht aufkommen, es war doch nicht das.

01:05:39: Aber die Erfahrung

01:05:40: muss man gemacht haben.

01:05:41: Ja ich habe's gemerkt und ich würde es immer

01:05:43: noch tun.

01:05:45: Wenn andere Parteien zuhören zufälligerweise also Herr Augschäler macht auch Werbung für andere Partei?

01:05:51: Definitiv!

01:05:52: Demokratisch lebt von dieser Vielfalt

01:05:55: bedient.

01:05:56: Sonst wäre es keine Demokratie.

01:05:57: Was braucht es denn in der Politik?

01:06:00: Welche Eigenschaften sind denn recht nützlich?

01:06:02: Ich

01:06:03: glaube, das ist meiner kleinen Erfahrung Resilienz dieses moderne

01:06:08: Wortes.

01:06:09: Auch

01:06:09: ein sehr schönes Wort?

01:06:10: Das muss man

01:06:11: haben

01:06:11: natürlich.

01:06:12: Also eine

01:06:14: gewisse Widerstandsfähigkeit?

01:06:15: Ja, auch eine gewissen Selbstbewusstsein, dass nicht in der Arroganz übergehen darf niemals aber gewisse Selbstbewussten sein, dass man zu dem steht was man sagt zuweilen, wirklich heftig kritisiert wird.

01:06:27: Aber wenn man davon überzeugt ist dass man eben argumentiert, dass man vielleicht auch gewisse Sprachfähigkeit hat das sicherlich förderliche Sprachkompetenzen und natürlich auch diese ... soll ich sagen dieser Wille zum Wissen.

01:06:44: jetzt das klingt jetzt fast schon ein Schockmauerisch.

01:06:48: aber ... also diese auch Sehheit sich zu informieren, sich in Themen zu vertiefen die man vielleicht auch nicht wirklich gut kennt.

01:07:00: Dass man

01:07:00: sich auch

01:07:01: belehren lässt.

01:07:02: also es ist wirklich vieles was man glaube ich in der Politik bräuchte und eine gewisse auch soll ich sagen Bescheidenheit und gekoppelt mit Humor.

01:07:13: weil ich denke so wenn wenn man einen Ganz konkrete, anecdotisch auch gesprochen wenn ich einen Beschlussantrag im Gemeinderat eingebracht habe und natürlich in der Meinung dass das da der beste Beschlussantrag aller Zeiten sei und er wird dann niedergeschmackt hat, dann muss man das eben auch irgendwie mit Humor hinnehmen.

01:07:33: Und sich nicht allzu ernst nehmen.

01:07:35: Aber hat es mal einen gegeben wo sie es da nicht mehr so mit Humour genommen haben?

01:07:38: Wo sie wirklich tief getroffen waren?

01:07:40: Wo ist die Substanz für ihr politisches?

01:07:42: Ja das war ich weiß nicht mal im welcher... ja aber das war in jener Zeit berühmte Kandurnabbeschlussantrage.

01:07:51: Der war eher symbolisch mit so einem Praktisch, aber es war mir wichtig.

01:07:56: Vielleicht können Sie drei Sätze dazu sagen?

01:07:59: Ich

01:07:59: hatte einen Beschlussantrag eingebracht, mit dem ich die Abendung der Cardona-Straße, also die Namensgebung abändern wollte.

01:08:07: Cardona wissen wir ist ein krimineller General aus dem Ersten Weltkrieg, da hunderttausende Soldaten aufgewiesen hat und er wurde fast einstimmig... mit, ich glaube vier oder fünf Enthaltungen angenommen.

01:08:24: Und das hat auch für Schlagzeilen gesorgt weil es ist doch ein sehr heikles Thema vor allem in nationalistischen Milieus und ich kann mich erinnern da haben auch Slowenisch sprachige Zeitungen davon berichtet weil das in Natrias dagegen auch ein Thema ist und dann kam es zu einer Kommissionsbildung.

01:08:45: die hat dann einige Vorschläge unter und eines davon war die ... Alternativ war die Helena Stern.

01:08:54: Das war ein kleines Mädchen, sechsjährig ein jüdisches Mädchen aus Meran.

01:09:00: Und das wurde deportiert und ist eben wie viele Millionen an der Jüdinnen und Jüden vergaßt worden.

01:09:08: Und dass wäre wirklich für mich ein enormes Zeichen gewesen einen Kriminellen mit einem jüdischen Mädchen zu ersetzen.

01:09:19: Und das wurde zu Fall gebracht.

01:09:22: Also am Ende der Legislatur, nicht weil man gegen die Namensgebung war sondern weil man dem damaligen regierenden Bürgermeister Paulosch eine auswischen wollte.

01:09:33: und das hat mich wirklich verletzt.

01:09:35: Nicht persönlich in diesem Sinne aber für die Sache.

01:09:39: Das hat mich enorm verletzst und ich habe dann auch aus Zorn von ... Kathorna-Koalition, die sich in dem Moment neu gebildet hatte zwischen Regierenden und Oppositionsparteien.

01:09:52: Das hat mich wirklich getroffen und an dem knabber ich immer noch.

01:09:57: Die heißt immer noch Kathornerstraße?

01:10:00: Ja.

01:10:00: Also liebe Kolleginnen, Kollegen im Marana Gemeinderrat, wenn ihr keine Ahnung habt welchen Beschlussantrag ihr als Nächstes machen könntet hier wäre ein Thema dass wir wieder aufgreifen können.

01:10:11: Wunderbar ist Demond!

01:10:12: Ich glaube wirklich mehr als ergendlich

01:10:13: oder statt gut tun

01:10:14: ja.

01:10:15: Und wenn man denkt, in diesen Zeiten wäre es noch... Wir haben vorhin von Antisemitismus gesprochen.

01:10:19: Wir müssen eben konkrete Ausschüttelsätze nicht nur floskeln.

01:10:22: Klingt klein ist aber in der Wirkung sehr groß?

01:10:25: Ja!

01:10:26: Das hat man auch im medialen Echo verspürt.

01:10:30: das war national zu spüren.

01:10:31: Auch aus Österreich wurden Stimmen laut Also positiver Stimmen

01:10:40: oft basierte, gerade mit Straßenumbenen oder auch Schulumbenennungen.

01:10:44: Das sind so Geschichten wo man schon sehr starke Zeichen setzen könnte.

01:10:50: Waren Sie eigentlich als sie einen Mandat niedergelegt haben aus zeitlichen Gründen wie Sie damals auch sagten?

01:10:57: Waren sie dann auf Entzug?

01:11:00: Nein!

01:11:00: Oder war es eher ein Befreiungsschlag?

01:11:02: Es war schon eher fast so ein Befeilungsschlag aber nicht weil ich

01:11:07: Das ist schon klar.

01:11:08: Aber das hat mit meinem Charakter zu tun, also ich bin dann im Stande zu katten und beinahe einen neuen Abschnitt und will mich nicht in so alte Gedanken.

01:11:19: Für mich war es der richtige Zeitpunkt da gewesen.

01:11:22: Es gab einen Nachfolger, der immer noch im Gemeinderat sitzt zum Glück und er wirklich sehr, sehr daffund und engagiert ist.

01:11:30: Und es reizt sie auch nicht?

01:11:32: Nein, zurzeit nicht wirklich auch wenn mich Parteipolitik immer interessiert und ich versuche das zu tun was man halt so tun kann in der Freizeit zu helfen, zu unterstützen.

01:11:42: Es erreizt mich der politische Diskurs, der schon jetzt kandidieren hätte ich vielleicht im Moment keinen...

01:11:49: Was schreckt sie denn so zur Zeit ab von dieser politischen?

01:11:53: Ich würde nicht sagen eine Abschenkung es ist vielleicht eine... Ich hatte meine Erfahrung gemacht und ich denke Politik darf, sollte in meinen Augen nicht ein Berufswahl sein sondern muss irgendwann zu Ende gehen.

01:12:08: Man soll auch keine Frustel sein, jungen Menschen auch die Möglichkeit geben und dafür müssen wir auch Vorarbeit leisten Und ich habe das auch gemacht und bin sehr froh und glücklich darüber.

01:12:21: Zuzeit... Ich weiß nicht vielleicht denke ich in einem Jahr anders.

01:12:24: Das würde jetzt nicht unterscheiden dass ich überhaupt nie mehr Partei.

01:12:29: Ja,

01:12:30: diese aktive

01:12:31: Anarchmung.

01:12:34: Ich habe ein schönes Titat gefunden dieses Mal von Ihnen wo Sie im Interview mal sagen weil ich sie fragte und dann kommen wir auch zum Abschluss wie die politische Welt so tickt.

01:12:48: Okay.

01:12:49: Dann mal sagen Sie zu mir es ist eine in sich geschlossene Blase die zunehmend die Verbindung zum gesellschaftlichen Alltag verliert.

01:12:58: Würden Sie das heute auch noch so sagen?

01:13:01: Ja, ich denke im Großen und Ganzen schon.

01:13:04: Ich glaube schon dass die Politik doch eine in sich geschlossene Blase da aber auch vielleicht von... Das ist ein Zwang!

01:13:12: Ich weiß es nicht wenn man... Ich kann mir vorstellen im Landtag ist es natürlich noch um einem Vielfaches intensiver.

01:13:19: Man verbringt ja viel Zeit in den Gremien, in den Sitzungen, im Parteigrehmen.

01:13:24: In den institutionellen Gremieren.

01:13:26: Man hat auch die Schule seine Blase?

01:13:27: Auch die

01:13:27: Schule ist deine... Natürlich!

01:13:30: Was ich gerade gesagt habe würde auch auf die Schule passen.

01:13:34: Also man verbringt wirklich viel Zeit und es ist immer schwerer, das muss man sich wirklich ganz ganz bewusst glaube ich vornehmen.

01:13:40: Immer wieder diese Rückkoppelung zu außerschulischen Welt oder eben so außer politischen Welt zu suchen und zu finden.

01:13:49: Ich glaube, das muss gepflegt werden!

01:13:51: Das hat auch eine Kommunikation zu

01:13:53: tun.

01:13:53: Ja, ich finde gerade deshalb schön, dass Sie heute die Zeit gefunden haben hier bei uns in diesem Format zu kommunizieren vor allem weil sie ja nicht mehr in irgendeiner Institution oder Gremium drinnen stecken.

01:14:06: aber mir ist das immer auch sehr wichtig mit Menschen zu sprechen, die das mal kennengelernt haben Weil man da dann einen guten Mix zusammenbekommt von unterschiedlichen Perspektiven.

01:14:17: Große Dankeschön für Ihre Zeit Und für alles was kommt, alles Gute!

01:14:22: Vielen, vielen Dank Ihnen für das sehr angenehme Gespräch.

01:14:26: Danke!

01:14:26: Und ein Lektüre-Tipp haben wir auch noch mitbekommen.

01:14:29: Sie könnten noch einen zweiten von einem anderen Autor.

01:14:31: Es sind im Herbst da lesen die Leute wieder gerne Im Sommer zwar auch aber im Herbster zieht man sich dann gerne zurück und würde gern ein herbstliches Buch lesen.

01:14:41: Ich habe zuletzt Kolkos von Emmanuelle Carrère gelesen.

01:14:46: Das ist vielleicht nicht für jeden Aber

01:14:47: es ist nicht für Jeden weiß ich nicht

01:14:50: Oder vielleicht doch?

01:14:51: Aber

01:14:51: vielleicht doch.

01:14:52: Es ist eine Familiengeschichte im Prinzip, eine schöne einfühlsame Familiengeschicht.

01:14:57: Ich weiß nicht ob es die deutsche Übersetzung schon gibt.

01:15:00: Ansonsten müsste man's halt in Italienisch lesen aber... Wir

01:15:03: sind ja in zwei Sprachen gestandt.

01:15:05: Manu

01:15:05: Herr Kerner ist wunderbar!

01:15:06: Vielen Dank auch dafür.

01:15:08: Danke Ihnen

01:15:09: Das war aus der Blase.

01:15:10: Mein Name ist Alexandra Aschbacher und mein heutiger Gast war David Augschela.

01:15:14: Vielen Dank Ihnen zuhause für das Zuhören.

01:15:16: ich wünsche ihnen einen guten Tag oder eine gute Nacht je nachdem, wann man den Podcast hört auf bald.

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